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Feb
08

Eiliges

Riesen Hirsche.

Otter, die ihren dicken Leib über eine Landstraße schleppen, Rehe, die am Straßenrand warten, bis der Wagen vorüber gefahren ist.

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass der Wildwechsel immer rechts von Ihnen stattfindet, ganz gleich, in welche Richtung Sie sich bewegen? Nur die Otter fallen aus der Rolle, sie wackeln von der anderen Seite über die Straße.

Als ich noch nachts von der Geburtstagsparty losfuhr, um in den Morgenstunden mit meinem Hund gehen zu können, begegnete mir als erstes der Hirsch. Ich überquerte gerade die Peene, also nicht auf dem Schiff, sondern befuhr die Brücke, die darüber führt, als ich gegen 2.00 Uhr morgens dachte, ich halluziniere.

In Anklam stand ein riesiges Denkmal. Es zeigte einen Hirsch. Das auf der Hinfahrt vor 12 Stunden noch nicht errichtet war. Wieso hatte man es überdimensional dargestellt? War es überhaupt möglich, innerhalb dieser paar Stunden ein Denkmal zu errichten? Solche Hirsche gibt es doch höchstens als Elche. Was wollen die damit in Anklam? Ein riesiges Geweih reckte sich natürlich rechtsseitig in Richtung Straße. Ich wollte es näher betrachten, wohl auch um herauszufinden, ob ich schon schlafe und mir das alles nur einbilde, als sich das Geweih plötzlich bewegte. Der Hirsch war echt!

Erschrocken fuhr ich langsamer und hatte nur noch Angst, dass er über mich trampeln könnte. Vom Wagen und mir wäre nicht viel übrig geblieben.(Jetzt, da ich im Nachhinein darüber schreibe, verfestigt sich immer mehr der Gedanke, dass es doch ein Elch auf langer Wanderschaft gewesen sein muss.)

Zwischen Anklam und Pasewalk begegnete mir des weiteren ein Reh, oben aufgeführter, merkwürdig wackelnder Otter, in einer Ortschaft wurde ich gegen 3.00 Uhr morgens mit 10 km/h zuviel fotografiert (die völlig verschlafene Aufnahme ist inzwischen eingetroffen und jeden Lacher wert), schleppte mich auf der Autobahn von einer Raststätte zur nächsten, trank unzählige Kaffees und war schließlich 6.00 Uhr morgens zu hause.

Warum ich diese Möglichkeit wählte, statt einfach, wie geplant bei meinen Küstenbewohnern zu übernachten? Einer meiner Freunde da oben sprach es ganz deutlich aus:

„Eben bis du noch da, dann bist du auch schon wieder weg. Irgendwie hinterlässt du immer einen eiligen Eindruck. Und der, der dich nicht kennt, glaubt von dir, dass man dich nie zu „fassen“ bekommt. Du wirst sicher heute wieder fahren, trotz deines Gepäcks für eine Woche, oder?“

Als er diese Sätze gegen 23.00 Uhr äußerte, war ich noch der Überzeugung, dass ich bei ihnen übernachte. 0.30 Uhr nahm ich meine Tasche, stieg in meinen Wagen und fuhr los.

Was ist das nur, das mich umtreibt?

Will ich die Zeit überlisten?


3 Antworten zu „Eiliges“


  1. 10. November 2008 um 21:18

    Nach dem, was ich bisher von Dir gelesen habe, entstand schon der Eindruck, dass Dir Deine Freiheit sehr wichtig ist und Du Angst hast, festgehalten oder in eine Richtung gezwungen zu werden, unabhängig davon, ob Du ohnehin vor hattest dorthin zu gehen. Da hat mich dieser Artikel nicht mehr überrascht :-)

  2. 2 paradalis
    10. November 2008 um 21:46

    ich weiß nicht. meine freiheit… sagen wir so:
    - ich hätte gern jemanden, mit dem ich meine freiheit teilen kann. können wir uns darauf einigen?
    :-)

  3. 11. November 2008 um 06:46

    Mit Freiheit meine ich nicht die einsame Insel, sondern das Leben in dem es trotzdem einen Platz gibt, an dem ich für mich sein kann.
    Ich meine die Freiheit, mich auch zu etwas zu verpflichten. Aber freiwillig und nicht weil ich von anderen dazu ‘gezwungen’ wird.
    Die Freiheit mit dem anderen Zeit zu verbringen, nicht weil sich das ’so gehört’ oder weil der andere das so erwartet, sondern weil es meine Entscheidung ist.
    Dem anderen einen Gefallen tun, aber seine eigenen Bedürfnisse nicht zu übersehen.
    (Ich werde z.B. gerne mal um eine Massage gebeten. Das mache ich auch gerne. Aber von den wenigen Massagen, die ich von anderen versprochen bekam, habe ich noch keine erhalten. Das führt dazu, dass ich nicht mehr so freudig zustimme :-) )


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