17
Feb
08

TierarztBesuch

 attila-ein-jahr-auf-schaffell.jpg

Was habe ich doch für einen raffinierten Hund.

:-)

Obwohl heute Sonntag ist, durften wir zum Tierarzt unserer Wahl. Auch er hat unter der Woche kaum Zeit, da wir jedoch gern ein wenig plaudern, richten wir es meistens so ein, dass der Impftermin von Attila auf einen Sonntag fällt. Nun, verständlicherweise machte ich mir vorher ziemliche Gedanken. Im Warteraum des Veterinärmediziners würde es mit Sicherheit nach vielen verschiedenen Tieren riechen, eine Strafe für Attila, der zur Zeit ziemlich unter all den „heißen Hündinnen“ in näherer und auch weiterer Entfernung „leidet“.

Mein Hund jedoch schnupperte nur, dann kuschelte er sich förmlich an das Bein des Tierarztes. Er kam gerade aus seiner Großtierpraxis und der dort vorherrschende Geruch war wahrscheinlich bei weitem interessanter. Vielleicht verliebte sich Attila auch in den Geruch der Kühe oder ihm war aus unerfindlichen (so unerfindlich sind sie gar nicht, menschlich und auch tierisch gesehen, ist es ein fantastischer Mann) Gründen Herr S. (der Tierarzt) sehr sympathisch. Der Hund ließ sich betasten, beschauen und die Impfung ohne den kleinsten Laut über sich ergehen. Dann setzte er sich mitten in den Raum der Praxis und begann zu jaulen. Ganz leise nur, aber beständig.

Herr S. lachte, ging nach draußen und kam mit einem Medikament zurück. „Für schwache Nerven“ sagte er und drückte mir die Dose noch immer lächelnd in die Hand. Kurz war ich der Ansicht, das Medikament wäre für den Eigengebrauch.

„Geben Sie Ihren Hund täglich zwei davon. Die Nervosität wird nachlassen. Es ist auf rein pflanzlicher Basis, also ohne jedwede  Nebenwirkungen. Testen Sie es und berichten mir bitte davon. Ich gebe Sie ihnen gratis.“

Inhaltsstoffe:

Baldrianwurzel, eine der bekanntesten Heilpflanzen, wird zum nervlichen Ausgleich eingesetzt.
Melissenblätter und Magnesium haben einen ausgleichenden Einfluss auf das Gemüt.
Hopfenzapfen und Johanniskraut haben einen leicht anregenden Effekt auf die Stimmungslage.
Lavendelblüten besitzen neben der leicht beruhigenden Wirkung auch krampflösende Eigenschaften.

Hm. Soll ich es geben oder lieber doch nicht?

(Das Gejaule geht, sobald wir die Wohnung verlassen haben, ohne Unterlass.)


6 Antworten zu „TierarztBesuch“


  1. 1 skriptum
    17. Februar 2008 um 18:10

    Wenn das Gejaule nicht nachlässt, solltest vielleicht doch Du es nehmen. Die Inhaltstoffe deuten keinesfalls darauf hin, dass das schädlich wäre. Und was nützt dem Hund ein völlig entnervtes und leise jaulend irgendwo rumsitzendes Frauchen, dass sich an das Bein seines Arztes schmiegt.

    Du weißt schon.

    ;o))

  2. 2 paradalis
    17. Februar 2008 um 18:26

    Schon allein die Aussicht, ich könnte sein Bein und so…
    Nein. Auf keinen Fall nehme ich diese Pillen. Ich will mir doch nicht noch die allerletzte Chance verderben.
    :-)

  3. 3 skriptum
    17. Februar 2008 um 18:43

    Auf jeden Fall hättest Du die Lacher auf Deiner Seite, wenn Dein Bericht dahingehend ausfallen würde. Außerdem: Lachen verbindet und so.

    Okay: Er könnte Dich für für etwas verwirrt halten. Andererseits gehst Du Deinem Hund mit gutem Beispiel voran. Ich weiß wie schwer es sein kann, so ein Zeux in ein Tier zu katapultieren. Freiwillig geht da mal gar nichts. Normalerweise.

    Ich finde, einen Versuch wäre es wert!

    ;o)

  4. 4 paradalis
    17. Februar 2008 um 18:49

    Der Mann ist verheiratet.
    :-/

    So ist das halt. Die Guten sind alle schon weg.

    Attila macht mir ohnehin alles nach. Da könnte ich mich so schon kringeln vor lachen. Gehe ich in die Küche und trinke dort etwas, steht er kurze Zeit später neben mir und säuft sein Wasser. Lege ich mich auf die Couch, räumt er sein gesamtes „Bett“ so lange um, bis er die Matratze heraus und neben die Couch geschleppt hat und legt sich darauf.
    Der Hund meiner Ma war ebenso veranlagt. Pflückte sie Huflattich für den selbstgemachten Hustentee, knipste neben ihr der Hund den Gänseblümchen die Köpfe ab.

    Da soll noch mal einer behaupten, Hunde sind nicht lernfähig.
    :-)

  5. 5 skriptum
    17. Februar 2008 um 18:54

    Ne, ne, ne: So geht das nicht!

    Oder soll ich mir jetzt wirklich vorstellen was passiert, wenn er Dich ins Badezimmer begleitet und Du auf Toilette gehst? Dir die Zähne putzt? Unter die Dusche steigst? In die Badewanne gleitest?

    Und was genau geschieht, wenn Du abends zubett gehen willst und Dich dazu ausziehst? Ziet er sich dann das Fell über die Ohren?

    Nein, liebe paradalis, alles hat Grenzen. Alles!

    *g

    Und überhaupt: Die Guten sind auch irgendwann wieder frei. Das sitzt Du doch locker aus! ;-)

  6. 6 paradalis
    17. Februar 2008 um 18:58

    So weit habe ich gar nicht gedacht. Weil:

    a) das Badezimmer und Schlafzimmer für ihn tabu sind
    b) er ohnehin nicht in die zweite Etage meiner Wohnung darf
    c) ich so prüde bin, dass ich es nicht mag, wenn mein Hund mich nackt sieht
    d) er früher als ich zu Bett geht

    :-)

    Und mit dem aussitzen ist das so eine Sache. In diesem Falle wäre jedwede Warterei die pure Zeitverschwendung. Man muss auch realistisch sein.


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