Sie stehen im Regal.
Weihnachtsgeschenke. Geschrieben für mich.
Ab und an befreie ich sie besonders sorgfältig vom Staub. Höre dabei
Musik
und weine ein wenig.
Immer halten sie mich von meiner gerade zu verrichtenden Tätigkeit ab. Wie ein Mahnmal stehen sie leuchtend vor mir. Sie sprechen mit mir. Ich soll sie in die Hand nehmen, darin lesen.
“Ich ließ zur Sicherheit im Nebenzimmer das Licht an. Ich ließ die Sicherheit im Nebenzimmer. Das Licht. Ich saß im Nebenzimmer beim Licht meiner Taschenlampe und dachte an das Nebenzimmer, in dem das Licht anblieb zur Sicherheit. Ich hatte keine Angst vor der Dunkelheit. Die Dunkelheit breitete sich immerzu im Dunstkreis des Lichts aus. Sicher war das Licht ein weiteres Bildnis für das, was einmal war, Frau, Du und ich, ihr seid ins Gegenlicht gegangen, ihr habt mein Licht ins Halblicht getaucht, oder heißt es besser ich habt mein Nachtlicht gegen das Tischlicht getauscht? Und nun, wo die Zeit uns auslöscht, kann man auch endlich mal sagen, was man über die Jahre erlebt hat. Wirklich erlebt hat. Auch ich habe gelebt. Es war das schwindende Licht. Und ist es die Gewohnheit bei Tages und Nachtlicht. Und du bist nicht mehr da. Du bist für immer gegangen, und ich habe es nie für möglich gehalten, dass man Sonnenlicht gegen Kerzenlicht tauscht. Sag mir nicht, dass ich mich nicht mehr mit Dir unterhalte. Ich unterhalte mich noch immer mit Dir. Ich habe für diese Art der Unterhaltung noch immer keine Sprache gefunden, weil, Du sprichst ja schon seit langem nicht mehr.”
(c)CB







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