Nichts ist unendlich
“Muß man sich von der Umwelt abkoppeln, um so schreiben zu können? Ich finde Deinen Stil sehr schön. Beim Lesen sehe ich Dich wie ein doppeltes Wesen. Eine reale, nüchterne Person und einen Menschen, der seine Sehnsüchte in den Zeilen versteckt.”
Danke O.
Deine Zeilen an und über mich haben es ziemlich gut getroffen. Manchmal ist das so. Dann liebe ich die Einsamkeit der stillen Nächte. Ich habe die Fenster weit geöffnet und betrachte den Wandel des Mondes. Die Nächte, in denen die Sterne zu sehen sind, nehmen zu. Nachts scheint sämtlicher Smog verschwunden zu sein. Ein einsamer Wagen der Stadtreinigung fährt die Straße entlang. Sein leises Brummen erzählt Geschichten. Neben mir liegt mein Moleskine und ein Bleistift.
Was wäre, wenn mich gerade jetzt ein Männerarm umfassen würde?
Diese Vorstellung ist utopisch. Vielleicht deshalb, weil ich mich auch tagsüber von privaten Angelegenheiten fern halte? Ich hinterfrage mich.
“Doppeltes Wesen” nannte mich O.
Nur welches der Beiden, die in mir wohnen, ist vordergründig?
Man kann sich nicht permanent von der Umwelt abkoppeln, um schreiben zu können.
Man muss sie erkennen und:
auch leben.

Es wird immer klarer: man lebt um zu arbeiten.
Nur, haben es die anderen wirklich besser?
Man könnte auch als Eremit regungslos im Wald leben. Ohne zu arbeiten.
Das wäre auch eine Möglichkeit.
Diese Möglichkeit wäre dann in ein paar vielen Jahren, als Emerit-Eremit gegeben.
Nein, lieber doch nicht.