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Jun
08

III Ducati Verdi/Schluss/C.B.

STOP!

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Nun halte bitte nicht die Luft an, Marlene, aber ich muss gestehen, es kam über mich. Wir sahen uns, und wir fielen übereinander her. Ist das richtig formuliert? Nein, natürlich ist das nicht richtig formuliert. Es geschah etwas anderes.
Ich versuche mich zu erinnern.
Sie hat mich überrascht.

Nachdem ich in meiner Wohnung stundenlang auf und abgegangen war und nachdem ich zur Sicherheit alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatte, überraschte sie mich. Denn plötzlich klingelte es an der Tür. Sie hatte schon am Telefon gesagt, dass sie von mir erwarte, dass ich sie in meine Arme nehme. Und ich hatte mich ans Fenster gestellt, in der Hoffnung, dass ich sie wenigstens noch den Hof überqueren sehen konnte, nachdem ich ihr an der Haupttür Einlass gewährte, und da klingelte es bereits an meiner Wohnungstür. Sie hatte mir also nicht die Möglichkeit gelassen, sie den Hof überqueren zu sehen. Ich wollte sie jedoch den Hof überqueren sehen, damit ich mich innerlich darauf einstellen konnte, wen ich da in den Arm zu nehmen habe. Und da klingelte es schon an der Tür. Sie hat mich also überrascht und alle meine Sicherheitsvorkehrungen halfen nur bis zu dem Moment, da sie an der Tür klingelte. Ich hatte soeben noch Zeit, die Gläser und Teller, die ich zur Abwechslung von einer Seite der Küche auf die andere Seite der Küche verschob, einfach mitten auf den Tisch abzustellen und dann schritt ich zur Tür.
Ich schritt mit schweren Schritten zur Tür.
Ich öffnete die Tür.
Und dann geschah das, was ich seit langem nicht mehr erlebt habe.
Ich sah Marlene mit einer Tasche in ihren Händen da einfach vor meiner Tür stehen. Sie stand da und lachte mich an. Sie lachte mich an, als käme sie einfach nur von einer langen Reise nach Hause. Sie stand dort mit ihrer Tasche, die auf eine lange Reise hindeutete, und sie kam direkt auf mich zu. Und in dem Moment, da sie direkt auf mich zukam, hatte ich gar keine andere Wahl, als meine Hände zu ihrem Kopf zu führen, und meine Hände führten direkt an ihr Gesicht. Und mein Oberkörper neigte sich direkt in ihre Arme. Und wir umarmten uns, als käme sie von einer langen Reise nach Hause. Und ich spürte, wie ich sie umarmte und solange wir uns da umarmten, war es, als habe ich auf nichts anderes gewartet. Marlene stand plötzlich wie selbstverständlich unmittelbar vor mir und dann nahm ich ihre Tasche und stellte sie ab. Und nachdem ich ihre Tasche abgestellt hatte, umarmten wir uns noch einmal.
Kurz und unmissverständlich.
Du kommst jetzt nach Hause.

Und weil du solange weg warst, musstest du dich erst einmal der neuen Situation anpassen und indem du dann von der Küche in das Zimmer mit dem inzwischen wieder erkalteten Bett gingst, führte ich dich noch weiter in das nächste Zimmer mit den Monitoren und nachdem auch dieses Zimmer so aussah, wie es schon immer ausgesehen hatte und du dich dessen vergewissern konntest, standen wir plötzlich wieder in dem Zimmer, wo das Bett inzwischen erkaltet war.
Ich sah dich das Bett erklimmen und dann sah ich mich auf einem Sessel Platz nehmen und dann schauten wir uns an und ich stieß einen Seufzer aus und ich fragte: Bist du überrascht? Und du sagtest erst einmal nichts. Und? Wiederholte ich meine Frage. Geht es denn, kommst du zurecht mit meinem Anblick, oder bist du geschockt? Nein, sagtest du, es geht. Und ich sagte: und kann ich dir etwas anbieten? Was kann ich dir anbieten? Und du sagtest: nein.
Dann sah ich dich lächeln und du rücktest einfach mit deinen Beinen zwischen meine Beine und so spürte ich die Wärme deiner Beine einfach meine Beine hinaufwandern und dann nahm ich meine Hand und stupste dich leicht auf der Nase. Und dann sahst du mich an.
Und ich sah in deine Augen und es war mir, als würden deine Augen doppelt so groß sein wie meine. Und wir sahen uns an. Und ich sah um deinen Mund ein ganz leichtes Zucken und aus deinen Augen sah mich eine Vertraulichkeit an, es war eine angenehme Vertrautheit, die sich als Wärme der Beine an meine Beine schmiegte und die sich als Augenblick zwischen unseren Augen entwickelte und dann neigte ich meinen Kopf zu deinem Kopf und es war so einfach wie vor Jahren zuletzt, meine Lippen einfach auf deine zu legen und dann lagen meine Lippen einfach auf deinen und währenddessen schauten wir uns einfach nur an.
Ich schaute in weit aufgerissene Augen und die Augen, die mich anschauten, zuckten ganz leicht und das Zucken um deine Lippen zuckte um meine Lippen und ich spürte deine Hände sich warm auf meinen Rücken legen und dann war es mir, als fielen wir gleich übereinander her.
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Du hast dich einfach auf mich gesetzt.
Ich spürte meine Beine erbeben und ich spürte mich zwischen den Beinen Gestalt annehmen und ich spürte deine warmen Hände sich auf meinen Rücken legen und dann fielen wir endlich übereinander her.

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I Want To Know What Love Is


5 Antworten zu „III Ducati Verdi/Schluss/C.B.“


  1. 1 arsfendi
    24. Juni 2008 um 06:32

    Dafür hat sich das Warten gelohnt meine Liebe.
    Ich liebe diesen Schreibstil, der einen selbst während des Lesens wie Rilkes Panther ungeduldig auf und ab gehen läßt, dem entgegenfiebernd, was noch folgt.
    Ich denke es ist wirklich so diese niedergeschriebene Situationsempfindung, die mich als Leser mitreißt und berührt. Und als Leser bin ich absolut sicher, dass es genauso war.

    Wünsch Dir einen schönen Tag!

    Sabine

  2. 2 Kay
    24. Juni 2008 um 16:37

    Liebe Heike,
    Nun habe ich die ganzen Tage gefiebert wie es weitergeht. Soll sie wirklich schon vorbei sein, die Geschichte. Das Ende der Geschichte ist so schön. Ich hatte die ganze Zeit beim Lesen das „Finale“ vor meinem geistigen Auge. Meine Gedanken sponnen die Geschichte weiter, es gab viele Möglichkeiten des zusammentreffens. Nun kann ich sie nicht in Worte fassen, das Ende deiner Geschichte läßt keine eigenen Gedanken mehr zu. Das warten auf Marlene hat sich gelohnt!
    ganz lieben Dank für diese Geschichte, lieben Gruß Kay

  3. 3 paradalis
    24. Juni 2008 um 17:39

    Ihr Lieben. Danke an Euch!
    :-)

    Kay. Die Geschichte ist zwar zu ende, doch ist sie das wirklich? Was ist aus dem Tag, der Nacht geworden? Was passiert, wenn man aus einem Taumel erwacht?
    Da gibt es noch ganz viele Gedanken.

    Ein wenig kam ich mir vor wie Scheherazade. Ein schönes Gefühl, für das ich Euch danken möchte. Und ein wenig habe ich auch das Gefühl, einen kleinen Tod zu sterben, wenn ich nicht mehr erzählen dürfte.
    :-)
    Liebe Grüße
    Heike

  4. 4 Kay
    25. Juni 2008 um 19:13

    Liebe Heike, nein stirb nicht, erzähl weiter!
    das blöde Z, würde gerne mehr schreiben, aber bald ist alles vorbei und ich freu mich darauf das Z zu zerschnippseln! Lieben Gruß; Kay

  5. 5 paradalis
    25. Juni 2008 um 19:26

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, erzählt Scheherazade 1001 Nächte, bekommt in dieser Zeit 3 Kinder und darf am Ende am Leben bleiben, weil sie den König von ihrer Treue überzeugt hat.

    Lieber Kay, Kinder möchte ich keine mehr haben, und treu bin ich sowieso.
    :-)
    Jetzt halte ich dir erst einmal alle Daumen für das Bevorstehende und bin ganz sicher, dass du das gut hinbekommen wirst!!
    Es hat alles seine Z.
    Also mach dich nicht verrückt.

    Lieben Gruß
    die mit dem H.


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