Wenn man lange allein lebt, schleichen sich gewisse Gewohnheiten ein. Das beginnt morgens damit, dass ich, noch schlaftrunken, im Schlafhemd bekleidet, die Treppen vom Obergeschoss hinunter gehe, Attila, der mitten im Wohnzimmer sitzt und mich mit kleinen, verschlafenen Augen anschaut, beiläufig auf den Kopf tätschel, weiter zum Badezimmer laufe, mein aktuell zu lesendes Buch (derzeit Herrn Sacks „Einarmigen“) aufschlage, Zahnpaste auf die Elektrische drücke und mir zwölf Minuten während ich ca. 8 Seiten des Buches lese, die Zähne putze. Beim anschließenden Duschvorgang lege ich meine Lektüre notgedrungen beiseite, nicht ohne mich ein wenig zu ärgern und zu überlegen, wann man denn endlich wasserfestes, dünnes Papier erfindet.
Danach tätschel ich, in das übergroße Badetuch gehüllt, im vorübergehen (mein Kleiderschrank steht in der oberen Etage) erneut Attila, bekleide mich, gehe wieder nach unten und mit dem Hund in den Wald.
Und so weiter.
Abends allerdings bin ich faul. Vielleicht auch nur geschafft vom Tageswerk. Und dann liege ich mit Wohlfühlklamotten und – ich geb´s ja zu – nicht sehr dekorativ auf meiner Couch.
Blöd nur, wenn es gegen 20.00 Uhr an der Tür läutet:
„Hallo? Frau H?“
„Ja?!“
Leicht missmutig denke ich, wer will denn zum Feiertag noch was von mir. Ich habe bereits mein Schlafhemd an und aufgeräumt ist auch nicht. Meine Brüder sind beschäftigt, die können es nicht sein, meine Eltern auch nicht. Die Freunde wohnen weit weg, die Tochter in München. Bestimmt wieder irgendjemand, der was verkaufen will. Nicht mal zum Feiertag hat man seine Ruhe.
„Hallo? Sie entschuldigen. Hier ist Frau Riedel, ich habe ein Paket für Sie.“
„Wie? Zum Feiertag? So spät noch?“
Ich habe wenig Lust, mich wieder anzuziehen, die Haare zu ordnen und überhaupt die Tür zu öffnen. Außerdem habe ich weder bei ebay gestöbert, noch woanders etwas bestellt und die Nachbarn sind auch alle zuhause und können ihre Pakete selbst entgegennehmen. Kurz überlege ich, ob es nicht sogar ein Mörder/Einbrecher oder sonstiger Straftäter sein könnte, aber ich habe ja einen großen Hund.
„Ja, tut mir leid, ich muss auch an Feiertagen arbeiten.“
Ich drücke auf den Türöffner zur Haustür, eile ins Bad, ziehe mir einen Pullover über und binde mir die Haare zusammen. Gerade fertig damit, öffne ich die Wohnungstür.
Vor mir steht meine Tochter mit ihrem Freund. Die ich doch in München wähnte.
Was für eine schöne Überraschung!!
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Liebe Heike,
hat mich jetzt richtig gefreut, und es reizt ja fast mal, so – an einem Feiertag – abends, nicht zu spät – zu klingeln!
Lieben Gruß, Kay
Lieber Kay, um Himmelswillen!!!
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Jeder Besucher bekommt einen Schock fürs Leben, das glaub mir mal!!
(Meine eben gestellte Frage per mail hat sich übrigens somit gerade erledigt, Du warst wieder mal schneller!!)
Lieben Gruß
Heike
Hallo liebe Heike
Die Überraschung von den Beiden ist aber mal sowas von rundum gelungen! Wenn die Mama nicht zur Tochter kann , (natürlich nur aus beruflichen Gründen) ,kommt das Töchterlein mit ihrem Liebsten aus München angereist. Du kannst wirklich stolz sein auf dein Mädel! Da geht mir als Mutter das Herz auf……. zum Heulen schön.
Der junge Mann sieht ja sehr süß,nett,einfach nur sympathisch aus:-)Töchterlein sowieso ! Ganz LIEBE GRÜßE AN DIE BEIDEN.
P.S.
einfach nur köstlich.
Wie du deinen Tagesablauf beschreibst
Kuss und bis bald
Hallo meine liebe Brigitte, Grüße sind ausgerichtet, viele liebe Grüße zurück.
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Kuss an Dich und bis bald!!!