Kaum habe ich an diesem Morgen die Augen geöffnet, höre ich ein lautes:
„Hallo! Guten Morgen liebe H., falls wir uns nicht noch einmal sehen, wünschen wir einen Guten Rutsch!“
Am Tonfall erkenne ich die Stimme meiner Nachbarn, die synchron zu mir über den Balkon rufen. Das ist sehr nett von ihnen, allerdings frage ich mich, ob sie irgendwo eine Kamera eingebaut haben.
Ich bedanke mich und denke, jetzt kann ich auch gleich mit dem Hund gehen. Morgens ist es im Wald am schönsten. Außer uns ist niemand unterwegs.
Pustekuchen.
Kaum aus der Haustür, spricht mich der Mann von Gegenüber an.
„Sie sind ja schon zeitig draußen. Als ich noch meinen Hund hatte, war das auch so. Was ist das überhaupt für einer?“
Nun sollte ich dem Leser erläutern, dass ich morgens wirklich nicht sehr dekorativ aussehe. Meist ist mir das gleich, es spricht mich um diese Uhrzeit selten jemand an. Davon ging ich auch heute aus, aber wie bereits erwähnt:
Pustekuchen.
Mir ist es also gar nicht recht, dass ich morgens überhaupt angesehen werde, aber was soll ich machen. Höflichkeitshalber antworte ich auf seine Frage. Ich schiebe die Kapuze ein wenig aus der Stirn und hoffe, dass der Mann nichts von meinem ungeschminkten, verschlafenem Gesicht erkennt. Er allerdings richtet sich auf ein längeres Gespräch ein, der Hund wird ungeduldig.
„Entschuldigen Sie, ich muss aber jetzt weiter, Attila braucht Waldboden unter den Füßen.“
Hundebesitzer unter sich verstehen diese Sprache, denn das bedeutet lediglich, dass er jetzt ganz eilig mal groß muss. Auch mein Gesprächspartner kann es nachvollziehen, und so verabschiedet er sich mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen Beiden einen wunderschönen Silvesterabend, guten Rutsch, alles Herzliche fürs Neue Jahr, was haben Sie sich denn vorgenommen?“
Unhöflicherweise überhöre ich die letzte Frage in seinen Wünschen.
Er ist ein Laberheini. Und will von vorn beginnen.
„Auch Ihnen alles Gute! Und eine schöne Feier!“
Mit diesen Worten entferne ich mich von ihm, der Hund an der Leine macht einen Freudensprung. Endlich, denke ich. Jetzt nichts wie in den Wald. Es kann doch nicht sein, dass um diese Zeit so viele Menschen unterwegs sind.
Genau bis zur Ecke kommen wir. Vorn steht die Blumenfrau aus dem kleinen Geschäft.
„Gut, dass ich Sie noch treffe!“ , ruft sie mir zu. „Einen guten Rutsch und bleiben Sie schön gesund!“
„Danke, Ihnen auch!“ , und schon bin ich daran vorbei. Schön gesund soll ich bleiben? Oh Gott. Ich hoffe, ich habe im neuen Jahr nur die Hälfte meiner Migräneanfälle.
Es sind nur noch ein paar Meter bis zum Wald, wir haben es gleich geschafft. Mehr rennend, als gehend, sind wir endlich angekommen.
Und treffen den Jäger.
„Ein sehr dominanter Hund. Sehr dominant.“
Auch diesmal ist das sein Satz. Sein Eingangssatz. Den sagt er immer, wenn er uns sieht. Ich bin ja gespannt, was als nächstes kommt und beschließe, diesmal die Erste zu sein.
„Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch!“ , sage ich.
„Ach ja. Heute ist Silvester.“ , erwidert er und schon im weitergehen flüstert er weiter vor sich hin: „Ein sehr dominanter Hund, sehr dominant…“
Ich glaube, der ist irre.
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Von da an begegnen wir keiner Menschenseele mehr. Ganz ausgelassen tobt Attila im Wald und ich genieße die Ruhe. Sicher hockt der Jäger flüsternd hinter einem Busch und vielleicht sollte ich im neuen Jahr auch einmal nachschauen, ob er da noch irgendwo sitzt… jetzt jedoch bleibt mir nur Eines:
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Ich wünsche meiner Familie, meinen Freunden, meinen lieben MitBloggern, meinen treuen, stillen und lauten Lesern einen guten Rutsch ins Neue Jahr und alles Liebe für 2009.
Danke für Eure Treue!
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Eine liebe Umärmelung!
Heike












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