Archiv für Februar 2009

28
Feb
09

Gelb – Fünf Fotos – Foto fünf

Auf jeden Fall gelb!

Auf jeden Fall gelb!

Die Geschichte dazu? Aber gerne doch. Es begann mit meiner Frage:
-

„Guten Tag. Ich habe eine Bitte. Vielleicht können Sie mir helfen?“

Zwei Möbelhausangestellte sitzen vor einem Rechner und schauen sich irgendwelche Statistiken an. Ich habe das Gefühl zu stören, möchte aber mein Vorhaben unbedingt durchführen.
Kurz hebt die Eine den Kopf und antwortet:
„Ja, Moment noch.“

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich die richtige Wahl getroffen habe. Vorab hatte ich mir auch die anderen Angestellten „angesehen“. Meine Wahl fiel jedoch auf diese beiden Damen, denn eigentlich wirkten sie ziemlich freundlich. Zumindest bis zum Moment meiner Frage. Die ich bereits ein wenig bereute. Egal. Da musste ich nun durch.

„So. Nun habe ich Zeit, was kann ich für Sie tun?“
Während ich noch denke: typisch für mich, diese absurde Idee, antworte ich:

„Können Sie mir bitte ein weißes Din A4 Blatt und einen Stift geben? Ich müsste mal was aufschreiben.“
Noch immer haken die Möbelhausangestellten nicht nach, was ich eigentlich beabsichtige, sondern geben mir wortlos das Gewünschte.
Hastig notiere ich: „Gelb!“, male einen Pfeil und eines der Grinsedinger dazu. Langsam glaube ich, die werden mich bald wegbringen und dazu die weiße Jacke nutzen, die hinten zu schließen ist. Vielleicht bewahren sie so etwas sogar in ihrem Schreibtisch auf. Oder die haben einen Klingelknopf angebracht, den sie gleich betätigen werden, um solche Besucher wie mich vom Sicherheitsdienst entfernen zu lassen.

„Also. Es geht um Folgendes,“ spreche ich weiter, als ich den Stift zurückgebe, „Mein Mann und ich streiten seit Wochen um die gelbe Couch, die hier bei Ihnen steht. Ich möchte die Couch unbedingt, er nicht. Seiner Meinung nach sollte sie zumindest braun sein, wenn nicht gar schwarz. Ich muss also gewisse Tricks anwenden, um ihn zu überzeugen. Soll heißen, ich würde mich jetzt gern auf die Couch setzen, das Blatt mit der Schrift halten und wenn Sie so nett wären, das zu fotografieren?“

Ganz ehrlich? Mir gefällt die Couch nicht sonderlich. Aber sie ist gelb. Und „gelb“ ist die Vorgabe. Gern würde ich sagen, was ich wirklich denke, doch das darf ich nicht.
Insgeheim rechne ich jetzt ganz sicher mit der weißen Jacke, oder zumindest damit, dass ich ernsthaft gebeten werde, das Geschäft umgehend zu verlassen. Um die Gefahr zu verringern, füge ich hinzu:
„Wie viele der Couchgarnituren haben Sie denn noch vorrätig? Ich hoffe, dass ich meinen Mann auf diese Art und Weise überzeugen kann, und es wäre ärgerlich, würde keines der Möbelstücke mehr lieferbar sein.“

„Das ist die Letzte“, erhalte ich zur Antwort. Es macht den Anschein, als glaube mir die Verkäuferin kein einziges Wort. Irgendwann werde ich für meine Flunkerei noch in die Hölle kommen, denke ich. Das fliegt alles auf, fürchte ich. Was ist, wenn die Verkäuferin auch einen blog hat und bei dieser Aktion sogar mitmacht? Ich bekomme Angst.

„Haben Sie denn eine Kamera dabei?“, fragt mich die Angestellte und reißt mich aus meinen Gedanken.
„Natürlich“, antworte ich automatisch.

Gemeinsam gehen wir zur Couch, ich setze mich und möchte das nur noch hinter mich bringen. Das Lachen ist mir inzwischen vergangen, denn mein schlechtes Gewissen hat mich voll im Griff.
Ich halte das Schild, die Verkäuferin fotografiert und fluchtartig verlasse ich mit meiner Beute – dem Foto in der Kamera – das Möbelgeschäft.

Doch seitdem kann ich nicht mehr schlafen. „Lügen haben kurze Beine“ suggeriert mir ständig mein Gewissen. Und so habe ich beschlossen, mich auf diesem Wege bei der netten Verkäuferin zu bedanken und mich vor allem zu entschuldigen.
Also: liebe Möbelhausangestellte: Bitte entschuldigen Sie meine Flunkerei. Und sorgen Sie doch bitte auch noch dafür, dass mein Gewissen endlich Ruhe gibt! Ich bereue alles und werde es nie wieder tun!
:-)

-

Und an Euch meine Frage:

„Meint Ihr, ich werde für meine Flunkerei wirklich im ewigen Feuer schmoren?“

27
Feb
09

Gelb – Fünf Fotos – Foto vier

Gelbe Tassen

Gelbe Tassen

26
Feb
09

Gelb – Fünf Fotos – Foto drei

Vitamin C

Vitamin C

Haben Sie heute bereits Ihren Vitamin C Bedarf gedeckt?
:-)

25
Feb
09

Gelb – Fünf Fotos – Foto zwei

Mittagessen

Mittagessen

24
Feb
09

Gelb – Fünf Fotos – Foto eins

Bei:
IHR!
gibt es folgendes Stöckchen abzuholen:
„Knipse jeden Tag für den Rest des Februars ein Gelbes Foto und poste es.“

Also war ich heute auf der Suche und es ist ziemlich schwierig, ausschließlich gelbe Objekte zu finden. Meist ist es gelb mit schwarzer Schrift, einfach nur gelb gibt es nicht sehr oft. Früchte ausgenommen.
Ich habe jedoch keine Kosten und Mühen gescheut und bin, dem Anlass zweifach angemessen – schließlich ist heute Faschingsdienstag und obwohl ich ein Faschingsmuffel bin, trage ich dem somit Rechnung – in das nächste „Faschingsbedarfgeschäft“ geeilt, habe dort eine gelbe, übergroße Brille erstanden und:
Nein! Ich setze die ganz gewiss nicht auf!
!

Also auch wenn die Brille auf dem Foto leicht grünlich (die ist in echt irgendwie gelb/neonfarben und wahrscheinlich durch den Blitz farblich verändert) schimmert:
ES IST GELB!
:-)

Gelbe Brille

Gelbe Brille

Und dann gab es noch ein „Fotostöckchen“ namens: „Bewegung“.
Da traf ich heute morgen beim Hundespaziergang drauf:

Bewegung

Bewegung


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So sah es vergangenen Freitag aus:

Bewegung

Bewegung

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Und so sieht es aus, wenn man unter Einsatz seines Lebens im Tunnel fotografiert:

Tunnelfahrt

Tunnelfahrt

22
Feb
09

Zurück

… und am liebsten wäre ich da geblieben …

Beweisfoto

Beweisfoto

Beweisfoto zwei

Beweisfoto zwei

Möwe

Möwe

Meer

Meer

Füße

Füße

Angler

Angler

Rerik

Rerik

Ph.

Ph.

19
Feb
09

Ich bin dann mal weg.

Hühnergötter

Hühnergötter

Und bin bis Sonntag am Meer.
Ich denke an Euch.
:-)

Passend dazu:

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Der Muschelsucher

Es war spät, aber nicht zu spät, und es wäre ein Leichtes zu behaupten, dass ich das nun Folgende gar nicht beabsichtigte. Was beabsichtigt man schon. Man sucht doch eher das Weite, bevor man sich auf etwas einlässt. Man gibt nicht so einfach seine Gedanken und Gefühle preis. Und Schmetterlingsphasen? Was, bitteschön, ist das denn?

Und dann gibt es doch einen Muschelsucher.

Ich sehe ihn mit weit ausholenden Schritten am Meer entlang schreiten, seine Arme geben den Beinen Befehle. So wirkt es auf mich, die ich ihn in der Ferne beobachte. Täglich ist er am Ufer und scheint irgendwie auf der Suche zu sein. Auf der Suche nach Tang, Muscheln und auch Bernstein. Nach Strandgut. Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, dass er manches Mal müde ist und sein Schritt schwer. An anderen Tagen wirkt es, als trage er an einer Last, die er gern ins Meer werfen würde. Seine Lippen bewegen sich beim Gehen. Einmal bewegten sie sich so ausdrucksvoll, dass ich annehmen musste, er schrie ins Meer. Er wollte seine Last von sich werfen, er wollte sie ertränken, unter das Wasser drücken, vernichten. Er wollte sie in schwarzer Tiefe wissen. Gefesselt und für immer verschwunden. Doch das Meer warf seine Worte wellenförmig zurück an den Strand.

Sein Haar wird bereits von silbernen Fäden durchzogen. Seine Haut straft sein Haar Lügen. So glatt und eben sind seine Beine, seine Arme und auch sein Oberkörper. Manchmal entkleidet er sich in der Mittagshitze und ich denke, weil ich meinen Blick nicht abwenden kann:
“Sieh doch endlich weg, sieh weg!”
Und doch kann ich nicht wegsehen und ich sehe und sehe… und ich bilde mir ein, ich könne ihn riechen. Ihn schmecken. Seine Haut leicht salzig vom Geruch des Meeres.

Er, der Muschelsucher, weiß, dass Bernstein nicht leicht zu entdecken ist und seine Kostbarkeit hinter verkrustetem Sand und grünlich, schwarzem Algengewirr verbirgt. Dennoch erkennt er das Leuchten des Steines und bückt sich, um dieses Gelbgold in die Hände zu nehmen. Seine Hände. Ich wünsche mir Treibgut zu sein und von ihm aufgenommen zu werden. Ich, in meinem Haus am Meer. Gut geschützt vor Sturm. Ich brauche mich nicht ans Ufer zu bewegen. Aus sicherer Entfernung beobachte ich den Muschelsucher. Und ich wünsche mir voller Sehnsucht, dass dieser Mann endlich erkennt, dass ich ein Bernstein bin, der gefunden werden möchte. Und von seinen zärtlichen Fingern sacht vom verkrusteten Sand der Gezeiten befreit werde. Liebevolle Hände, die in der Bewegung innehalten und mich voller Ungeduld erzittern lassen, voller Ungeduld nach weiteren Berührungen seiner Hände. Hände, die sich weiter tasten, im Bemühen, mein Leuchten zum Vorschein zu bringen.

Oder bin ich doch ein Hühnergott? Eine Hühnergöttin? Eine der vielen, die man im Sand findet, um sie aufzunehmen und in den Weidenkorb zu den anderen zu legen. Dort, wo sie dann verstauben und man achtlos an ihnen vorübergeht. Sie nicht einmal mehr bemerkt. Es bilden sich feingesponnene Weben um die beiseite gelegten Steine. Ein Stein, an dem man schwer trägt. Solange schwer trägt, bis der Stein bei den anderen Steinen im Weidenkorb liegt. Ein Stein? Zehn? Wie viele Steine liegen da?

Weiß der Muschelsucher, dass Hühnergötter einst am Leben waren?

Vor langer, langer Zeit, als die Welt noch nicht von Menschen besiedelt war, lebten am Wasser ausschließlich Hühner. Sie bauten keine Nester, in die sie liebevoll ihre Eier legten. Sie ließen ihre Nachkommen einfach in den heißen Sand fallen und beachteten sie nicht weiter. Diese Hühner waren auch nicht weiß, braun oder geflammt und schon gar nicht angenehm aunzuschauen. Sie waren schwarz und von plumper Gestalt. Sie hatten kein Gefieder, sondern dicke, borstige Stacheln, die straff über ihre Haut gespannt waren. Es waren keine normale Hühner, sondern Monster, die noch dazu äußerst aggressiv am Strand lebten. Ihre Gier war grenzenlos und es kam wohl auch vor, dass sie ihre eigenen Eier fraßen. Ihre eigenen Küken. Die jedoch nicht weich und flaumig zartgelb waren, sondern ebenso schwarzborstig wie diejenigen, von denen sie achtlos im Sand abgelegt wurden. Ständig rannten diese Monster wild umeinander, stritten sich um das größte Korn und stopften sich Strandgut in den Schlund. Sie fraßen alles. Ob Fisch, Sand, Tang oder Stein. Ihr Geschrei und Gekacker war so schrill, dass dem Einhalt geboten werden musste.

Über dem Wasser, dem Sand und dem Land lebte ein alter, weiser Gott. Er hatte diese Hühner in der Hoffnung auf Abwechslung, oder Bereicherung, geschaffen. Vielleicht hatte er jedoch auch nur an eine weitere Quelle zur Nahrungsaufnahme gedacht? Wer weiß das schon. Vielleicht dachte er an saftige Hähnchenschenkel, oder auch nur an süße, zartgelbe, flauschige Küken. Jedenfalls war seine Schöpfung gründlich missraten und tagaus, tagein ärgerte er sich darüber. Er liegte seine Stirn in Falten und stapfte mit den Füßen auf die Erde. Er wurde zornig. Eines Tages schrie er seinen Zorn heraus und verfluchte sie:

“Ihr, die Ihr gierig und bösartig am Wasser lebt, Ihr, die Ihr vor Nichts haltmacht, Ihr, die Ihr Euch gegenseitig vernichtet, sollt zu Stein werden! Da wo Euer Herz ist, Ihr gefräßigen Monster, da soll ein Loch sein! Ein Loch, durch das die Gezeiten wandern. Ihr sollt versteinern und Euer Herz soll ein Loch sein!”

Und so geschah es. Die Hühner wurden zu Stein. Und da, wo einst ihr Herz war, wurde ein Loch, durch das die Gezeiten fließen.

Mein Herz ist ein Loch.

Ich beobachte den Muschelsucher.
Und ich lege mich ins Meer und lasse mich ans Ufer treiben.

-
Musikalische Untermalung:

-

-

19
Feb
09

Ansichten – 4 – und Schluss.

Der Schreibplatz

Der Schreibplatz

Irgendwann hatte ich mir angewöhnt, morgens gegen neun mit meinen Schreibutensilien am Bahnsteig zu erscheinen. Meist setze ich mich auf einen dieser Stühle aus Metall, von dem ich immer glaube, dass er einen Abdruck auf meiner Kleidung hinterlässt. Die Blicke der Anwesenden stören mich nicht, das kalte Metallgitter ebenso wenig.

Wissen Sie, ich sitze einfach nur da und halte reglos Bleistift und Papier. Eine eigenartige Stimmung überkommt mich, während ich da warte, als ob ich auf einen Zug warte. Als ob ich auf einen Menschen warte, der aus eben einem Zug steigen wird. Ich bewege mich kaum, nur meine Augen blicken interessiert auf die Reisenden und Wartenden, die in ihrer Unruhe in Bewegung sind. Alles ist in Bewegung begriffen, Züge fahren ein, Züge fahren aus. Sie spucken die Menschen auf den Bahnsteig, die mit dem Geruch einer langen Reise und langem regungslosen Innehalten behaftet sind. Nach einer Zugfahrt tragen Reisende immer diesen Duft am Körper. Nirgends sonst riecht man die eigenartige Mischung aus Schlaf und Schweiß, Rauch und etwas anderem, was ich nicht definieren kann. Belegte Brote vielleicht. Und hart gekochte Eier. Manchmal riecht es auch nach Apfel. Nach frischem, gerade erst verzehrten Apfel. Manche Menschen eilen auf die, auf sie wartenden, Bekannten zu. Andere steigen eher zögerlich aus den Abteilen, gerade so, als ob sie weiter reisen möchten und sich nicht über die Ankunft freuen. Verliebte fallen sich in die Arme, Töchter eilen lachend auf ihre Mütter zu und Väter nehmen stolz die erwachsenen Söhne in den Arm. All das bemerke ich und möchte es festhalten.
Die Bewegung möchte ich halten, die Menschen, die wechselnden Gestalten. Die unterschiedlichen Charaktere mit den so ganz verschiedenen Lebensläufen.

Ich denke mich in die Menschen, die ich sehe.

18
Feb
09

Ansichten – 3 -

Seitenausgang

Seitenausgang

Der Chemnitzer Hauptbahnhof hat einige Ausgänge. Früher, als ich ungefähr drei Jahrzehnte jünger war, wusste ich nie, zu welchem ich Ausgang ich gehen sollte. Welcher der Richtige ist.
-

… und manchmal glaube ich, es geht mir heute noch so. Obwohl ich längst nicht mehr mit der Bahn fahre, um ans Ziel zu gelangen.

17
Feb
09

Mal zwischendurch.

17.02.2009

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17.02.2009

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