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Mai
10

Ich habe es getan. Die Auflösung.

Wie war das also.
Die Vorgeschichte?

Vor einiger Zeit richtete ich mir
einen Fotoblog
ein, auf dem ua. auch die
Kategorie: Menschen
zu finden ist.
Nur – woher nimmt man diese? Bekannte und Freunde ablichten wollte ich nicht. Nein. Die Herausforderung, der ich mich stellte, war, fremde Personen anzusprechen und diese zu fragen, ob sie sich fotografieren und “veröffentlichen” lassen würden.
Habt ihr das schon mal gemacht?
Einfach so auf der Straße wildfremde Menschen anzusprechen? Vielleicht kennt ihr es von euch selbst – zumindest ich lasse mich äußerst ungern fotografieren und hätte mit Sicherheit selbst die freundlichste Frage diesbezüglich abgelehnt.

Ich brauchte wirklich Monate, um mir einen einigermaßen anständigen, überzeugenden Satz zurecht zu basteln, dem man eben nicht widerstehen kann.
Wie das nun genau war?

-
Ich sah Herrn X., den ich schon einige Male genau an derselben Stelle getroffen hatte. Diesmal fühlte ich mich gestärkt und so fasste ich mir ein Herz und sprach ihn an.

“Guten Tag, Sie entschuldigen (i kenn si – nein, Quatsch! *g*), darf ich Sie bitte einmal etwas fragen?”
“Hm. Sie dürfen.”
Dieser fast zwei Meter Mann mit Hut schaute fragend auf mich runter.
“Ich fotografiere Menschen mit einer besonderen Ausstrahlung, und Sie sind mir schon ein paar Mal aufgefallen, ich hätte Sie gern einmal kurz fotografiert.”
“Hm.”
Ich überlegte kurz, wie ich das “Hm” interpretieren sollte und sprach dann einfach hastig weiter.
“Dieses Foto wird dann auf meinem Blog erscheinen, haben Sie eine Email Adresse, da schicke ich Ihnen natürlich gern das Foto und die Verlinkung.”
“Hm.”
Wieder wusste ich nicht so recht, was das bedeutete. Doch Herr X. stellte seine Tasche ab und sich selbst vor eine kleine Hausmauer.
War das nun eine Zusage? Egal.
“Wundern Sie sich nicht”, sagte ich. “Ich werde Sie von unten nach oben fotografieren.”
Er schaute schon ein wenig merkwürdig, als ich so ganz schick gekleidet (in meiner Berufsbekleidung) halb vor ihm auf dem Boden lag.

Danach zeigte ich ihm das Foto, bedankte mich nochmals, er nahm seine Tasche und ging weiter.
Was wird er wohl von mir gedacht haben?

-

Warum ich so begeistert bin?
Ich habe mich überwunden. Und es das erste Mal getan. Hoffentlich wird es das zweite Mal einfacher. Denn ein wenig üben muss ich das Ansprechen wildfremder Menschen für persönliche Belange und der “Von unten nach oben Fotografie” schon noch.

Das Foto selbst?
Gibt es morgen auf dem
Frau van Hanszen´s Fotoblog.

Und jetzt? Seid ihr enttäuscht von der Auflösung? Hattet ihr mehr erwartet?
Und – nicht zu vergessen – ich würde mich über “Nachahmer” sehr freuen!

:-)


41 Antworten zu „Ich habe es getan. Die Auflösung.“


  1. 31. Mai 2010 um 19:34

    das ist mehr als mutig ;-) hut ab!
    toll gemacht! ich freue mich schon auf das morgige Bild ;-)

  2. 31. Mai 2010 um 19:44

    Ich bin kein bisschen enttäuscht, im Gegenteil. Und ich finde das äußerst mutig von dir. Guck doch mal in meiner Blogroll unter ‘Lifestyle Blogs’. “Anders anziehen”. Das ist eine junge Kölnerin, die spricht jeden Tag wildfremde Menschen an, fotografiert sie und spricht mit ihnen. Sehr interessant. – Und ich bin mal gespannt auf das Foto.

    • 31. Mai 2010 um 19:49

      Danke liebe April. :-)

      Das sind geniale Fotos, die diese junge Frau macht! Richtig professionell.

      Vielleicht liegt das aber am Alter und der Unbekümmertheit, dass sie sich wahrscheinlich nichts mehr daraus macht, wenn sie wildfremde Menschen um ein Foto bittet.
      Oder an der Routine.

  3. 31. Mai 2010 um 20:02

    Hätte ich doch meinen ersten spontanen Gedanken kommentiert :-( Allerdings hatte ich an eine Art Auftragsporträt gedacht.
    Jedenfalls: RESPEKT! Niemals hätte ich mich getraut. Toll.

  4. 31. Mai 2010 um 20:10

    Ich bin richtig stolz auf dich! Da hast du mir echt was voraus!

  5. 31. Mai 2010 um 20:21

    So ihr Lieben, ich sage mal Gute Nacht, hoffe, ihr habt euch genauso gut unterhalten gefühlt, wie ich und möchte an dieser Stelle wieder einmal DANKE! (für den Spaß und die Freude, die ihr mir in den letzten Stunden geschenkt habt), sagen.

    Meine “Schreibtischarbeit” ruft ganz laut nach mir, ich muss noch was tun.

    Liebe Grüße, habt einen schönen Abend! :-)
    Heike.

  6. 31. Mai 2010 um 20:23

    Wow, nochmal GLÜCKWUNSCH!!!!! DAS hätt ich mich wohl nicht getraut! Ich bin gespannt, was dabei rausgekommen ist! Und die Raterei hat trotzdem Spaß gemacht ;)

    • 1. Juni 2010 um 05:53

      Danke liebe Sunny. Das freut mich. Ich bereite euch gerne eine Freude! :-)

      Ich habe Herrn X einmal in schwarz weiß und einmal in farbig eingestellt, vielleicht könntet ihr mir sagen, welche Variante die bessere ist, die ich auch zukünftig wählen sollte. Ich schwanke da nämlich.

      Guten Morgen und hab einen schönen Tag!
      Heike.

      • 1. Juni 2010 um 12:43

        Den farbigen Herrn X hatte ich noch gar nicht gesehen… Also in diesem Fall bin ich auch für farbig, vielleicht weil sich das satte grün gut zur blauen Jacke abhebt. Ob allerdings farbig immer die bessere Alternative ist, ich weiß nicht… Das solltest du vielleicht in jedem Fall neu entscheiden.

        GLG Sunny

  7. 31. Mai 2010 um 20:25

    Ich hatte auch Spaß beim Raten. Danke an Dich dafür.

    • 1. Juni 2010 um 05:53

      Ich danke dir! Du hast mir eine große Freude mit deinen Kommentaren gemacht! :-)
      Deine Meinung zum Foto selbst, interessiert mich natürlich! Schwarz weiß oder doch lieber farbig belassen?

      Guten Morgen und hab einen schönen Tag!

  8. 31. Mai 2010 um 20:40

    Unglaublich und sehr mutig.
    Weiss nicht ob ich das täte.
    Wenn ich es überhaupt wollte, dann könnt es schon sein.

    Aber hier in der hessischen Kleinstadt würde man mich sicher früher oder später “verhaften” oder die Kinder vor mir wegschließen,

    Dir wünsche ich viel Spaß. Und ich bin auf alle Fälle gespannt auf die Fotos.

    • 1. Juni 2010 um 05:55

      Lieben Dank! :-)
      Es kostet schon Überwindung und die Gegend, in der ich in Chemnitz wohne, ist schon auch fast wie ein Dorf. Irgendwann zeigen die sicher mit dem Finger auf mich. Im besten Falle stehen bei mir vor der Tür Schlange, weil sie auch geknipst werden wollen.
      *g*

      Hab lieben Dank und dein “Urteil” der Fotos interessiert mich sehr.
      Schwarz weiß, oder doch lieber Farbig?

      Liebe Grüße, hab einen schönen Tag! :-)

  9. 31. Mai 2010 um 21:21

    Na, dann schau’n wir mal wie der Herr von unten nach oben ausschauen wird!

    • 1. Juni 2010 um 05:55

      Ich muss noch weiter üben, Clara. Auf jeden Fall ist er noch nicht “steil” genug. :-)

      Liebe Grüße und ich wünsche dir einen tollen Tag!
      (Super Sache, die Sommerfestaktion auf deinem Blog!)
      Heike

  10. 31. Mai 2010 um 21:42

    ich hätte gedacht, du hättest gemorkelt. Aber Pardauseln ist doch etwas Anderes. Und du hast eindeutig pardauselt. Morkeln ist eher introvertiert. Da habe ich also falsch gelegen. Hast uns ja schön verdummkleistert…

    • 1. Juni 2010 um 05:58

      Guten Morgen. :-)
      Ich danke dir sehr und fühle mich selbst gerade wie ein Riese. Was eine Überwindung doch alles ausrichten kann! Hoffentlich bin ich bald wieder in einem Normalzustand (gut wäre ein Zwischending zwischen morkeln und paradauseln – ich liebe diese Wörter! -, denn wie meine Großmutter schon immer sagte:
      “Hähne, die am Morgen krähn, den´ wird man nachts den Hals umdrehn.” (gilt bestimmt auch für Hühnchen)
      Das möchte ich ja nicht.

      Dir einen schönen Tag, liebe Grüße
      Heike. :-)

  11. 31. Mai 2010 um 22:14

    Und ganz im Ernst: Das war mutig! Gratulation!!

  12. 1. Juni 2010 um 07:31

    Das erste Mal ist immer schwierig. Danach läuft es meistens viel besser ;)

    Der Typ sieht ja lustig aus :)

    • 1. Juni 2010 um 07:47

      Das hoffe ich sehr. :-)
      Und ja, Herr X. sieht freundlich aus. Auf dem zweiten Blick. Wenn man ihn die Straße entlang stiefeln sieht, wirkt erstmal nur seine Größe und Gestalt. Und wenn man selbst nicht sehr groß ist, hat man da irgendwie erst einmal ein wenig Beklemmungen. Also ich zumindest.

      • 1. Juni 2010 um 07:50

        Wie Größe? Ist der um die 2 m groß?

        • 1. Juni 2010 um 07:54

          Ja, da kommt er bestimmt ran. Es war ein eigenartiges Gefühl, zu seinen Füßen zu liegen und zu versuchen, ihn durch “von unten nach oben” zu fotografieren, noch größer zu bekommen. Das muss ich auf jeden Fall noch üben, so richtig scheint es mir nicht gelungen zu sein.
          Vielleicht gibt es da auch wieder irgendwelche Tricks, die ich noch nicht kenne. :-)

  13. 1. Juni 2010 um 08:24

    Ein witziger Typ und schön, diese Gegenüberstellung s/w und Farbe. Wirklich sehr mutig von Dir, ihn anzusprechen :-) . Toll! Vielleicht sollte ich das auch mal öfter üben :-)

  14. 1. Juni 2010 um 08:35

    Doch, da gibt es Tricks…
    1. Stelle die Person erhöht auf und knie die davor hin.
    2. lege dich auf den Bauch und fotografiere vom Boden aus.
    3. Lege dich auf den Rücken und lass die Person direkt über dir stehen – also liege sozusagen zwischen den Beinen der Person.

    Punkt 2+3 würde ich nicht so unbedingt bei komplett fremden Leuten machen. Das könnte etwas komisch wirken ;)

  15. 1. Juni 2010 um 08:50

    Nach den soeben von Wortmann erhaltenen Tipps, die du “natürlich alle” beim nächstenmal berücksichtigen wirst, bekommen wir Fotos von den größten Menschen der Welt, die zwar nicht im Guiness Buch der Rekorde, sondern nur bei Heike im Blog zu sehen sind. Tolle Aussicht sagt Clara

  16. 1. Juni 2010 um 13:30

    Schneidig, meine Liebe! Respekt! :-)

  17. 1. Juni 2010 um 16:39

    Immerhin Fotos. So falsch lag ich nicht. Fremde Menschen wegen Fotos ansprechen ist sehr mutig. Leider hatte ich noch keine Zeit, alles in Ruhe anzusehen.
    Eine andere Sache aber musst du mir bitte erklären: wie hast du diesen Zähler von whos.is.amung.us eingebunden, weil wordpress.com doch kein java zulässt?

    • 1. Juni 2010 um 16:44

      Danke. Und nein, so falsch lagst du nicht. :-)
      Für den “Ansprechsatz” habe ich drei lange Monate gebraucht, es ist also wirklich nicht einfach.

      -
      Das mit dem Zähler – oh je, das ist auch schon wieder Jahre her, mal sehen, ob ich heute Abend Zeit finde, zu versuchen, das nachzuvollziehen.
      Dann schreibe ich dir eine Mail, aber mach dir nicht zuviel Hoffnung deswegen, ich bin nämlich eigentlich eine technische Niete und den Zähler habe ich mit Hilfe einbinden können.

      LG.

      • 1. Juni 2010 um 22:24

        Wahrscheinlich dürfte sein, der Zähler funktioniert in der Form nicht mehr. Also, solltest du nicht weiterkommen, möglicherweise liegt es daran, die Jungs vom Zählerdienst haben den javafreien Code von der Website entfernt. Und wenn es bei dir schon Jahre her ist… na deshalb.


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