In den Kommentaren zum “Raupenfoto” hatte ich es bereits angekündigt – so niedlich wie auf dem letzten Raupenfoto sieht es nicht immer aus.
Inzwischen haben sich die Raupen der Gespinstmotten
breit gemacht. Ausgerechnet vor dem ALDI Markt fühlen sie sich wohl. Ob ein paar von ihnen bereits den Einkaufsmarkt erobert haben? Sind es Vorzeichen des drohenden Weltunterganges? Werden sie sich hier noch breiter machen und alles mit einem zarten Netz bedecken?
Wie auch immer. So sieht es aktuell aus:
Könnt ihr in eurer Gegend Ähnliches beobachten? Und – wenn das alles Motten werden – Prima.
Die mag ich nämlich so gar nicht.
Die evangelische Lutherkirche an der Zschopauer Straße ist eine von drei Kirchen in Chemnitz, die den Namen des Reformators tragen. Sie ist eine neoromanische Kreuzturmkirche und wurde nach nur vierjähriger Bauzeit am 1. April 1908 eingeweiht. Der Architekt Otto Kuhlmann realisierte den Bau der 64 m hohen Kirche. Sie war eines der ersten Gebäude in Chemnitz in Stahlbetonbauweise. Durch ihre Lage auf einem leicht ansteigenden Gelände ragt sie weithin sichtbar aus dem Lutherviertel heraus. Das Innere ist in maßvollem Jugendstil gehalten. Der Altar und die Kanzel bestehen aus braunem Muschelkalk.
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Mein persönlicher Eindruck?
Als ich sie fotografierte, war gerade ein Baugerüst errichtet, es wurde renoviert. Wahrscheinlich stand der Pfarrer selbst auf dem Gerüst, denn als ich ihn fragte, wann man in die Kirche hinein könne (sie war abgeschlossen), ließ er mich gern ins Innere. Ich setzte mich also auf eine der Bänke und schaute mich um. Obwohl ich kein “Kirchgänger” im Sinne der kirchlichen Erziehung bin (das habe ich doch jetzt nett ausgedrückt), kann ich mich nur schwer der Anziehungskraft entziehen. Wie schön ist es doch, wenn man glauben kann, dass alles gut ist/wird, weil da jemand über einen wacht … Es erleichtert wohl so Einiges.
Morgen fahre ich 500 km, um einem Kollegen (einer anderen Geschäftstelle) die letzte Ehre zu erweisen. Er starb, gerade 50 – jährig, an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Hab es gut, K..
Da, wo immer du jetzt bist.
Liebe Ute, dieser Blogeintrag ist für dich.
(Und natürlich auch für all die anderen, denen er gefällt.)
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Als bekennende Otto Dix – “Liebhaberin” wird es dir sicher ähnlich wie mir gehen, das Bild: “Rothaariges Mädchen/auch: Rothaarige Frau” übt eine Faszination auf mich aus, der ich mich nur schwer entziehen kann. Sie berührt mein Herz. In ihren Augen, in ihrer Haltung, liegt der Kummer der ganzen Welt, so empfinde ich es. Und ich habe das Gefühl, diese zerbrechliche Person ganz fest in die Arme schließen zu müssen, um ihr irgendwie Kraft zu geben.
-> Fotogenehmigung vorhanden
Informationen:
Wie kaum ein anderer Künstler hat Otto Dix das Leben im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts analysiert: in sozialkritischen Gemälden, fantastischen Allegorien und bestechenden Porträts. Zu seinem 120. Geburtstag am 2. Dezember 2011 bereiteten gleich mehrere Museen große Ausstellungsprojekte vor, darunter auch das Kunstmuseum Stuttgart, das mit rund 250 Werken über die weltweit bedeutendste Dix-Sammlung verfügt. Als Außenstelle wird es ab 2013 auch das Dix-Haus in Hemmenhofen am Bodensee betreiben, wo der Künstler mit seiner Familie von 1936 bis zu seinem Tod 1969 lebte. In Hemmenhofen engagieren sich bis heute Nachfahren des Künstlers, darunter sein Sohn Jan.
In der DDR galt Otto Dix als Inbegriff des antifaschistischen Künstlers. Aber war er wirklich so politisch? Und was verbindet die Landschaften, die er am Bodensee malte, mit den Gemälden aus der Zeit der “Neuen Sachlichkeit”? Das Feature schaut auch hinter die Kulissen des Kunstmuseums und begleitet die Vorbereitungen zur großen Ausstellung “Otto Dix und die Neue Sachlichkeit”, die 2012 eröffnet wird.
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Jedem guten Bildnis liegt eine Schau zugrunde. Das Wesen jedes Menschen drückt sich in seinem Außen aus; das Außen ist Ausdruck des Inneren, d.h. Äußeres und Inneres sind identisch. Das geht so weit, dass auch die Gewandfalten, die Haltung des Menschen, seine Hände, seine Ohren dem Maler sofort Aufschluss über das Seelische seines Modells geben; letzteres oft mehr als Augen und Mund. … denn der Maler wertet nicht, er schaut. Mein Wahlspruch ist: Trau deinen Augen!
(Otto Dix)
Tja, nun ist es soweit. Ein Stück Zeitgeschichte wird sich in Nichts auflösen. Vielleicht erzählen Großmütter und Großväter noch ein Weilchen davon, dann wird auch das versiegen. Ich weiß nicht. Ich habe es immer schwer damit. Statt abgerissen hätte ich lieber rekonstruiert. Gut, dass ich einige Fotos vom Inneren der Gebäude habe. So bleibt wenigstens eine greifbare Erinnerung. Klar, ich kann jetzt direkt bis zum Wald schauen, der verbaute Blick ist hinfällig. Aber irgendwie packt mich bei solchen Veränderungen dennoch die Wehmut.
(Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, ich musste sehr schnell fotografieren, sonst hätte ich Bauschutt auf den Kopf bekommen.)
(ähnliche Aufnahme)
Langsam, Schritt für Schritt die Treppe weiter hinauf! Wahrlich, die Welt bietet nicht solch ein Übermaß von Genüssen, daß man sie in Sprüngen überfliegen dürfte. Und ist nicht jede Stufe, die man augenblicklich aufwärtssteigend betritt, ein Glück? Und ist nicht der Treppenabsatz, auf dem man einen Moment stillhält, und sich nochmals faßt, eine Seligkeit?
Wilhelm Raabe
deutscher Schriftsteller (1831 – 1910)
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