
Auf jeden Fall gelb!
Die Geschichte dazu? Aber gerne doch. Es begann mit meiner Frage:
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„Guten Tag. Ich habe eine Bitte. Vielleicht können Sie mir helfen?“
Zwei Möbelhausangestellte sitzen vor einem Rechner und schauen sich irgendwelche Statistiken an. Ich habe das Gefühl zu stören, möchte aber mein Vorhaben unbedingt durchführen.
Kurz hebt die Eine den Kopf und antwortet:
„Ja, Moment noch.“
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich die richtige Wahl getroffen habe. Vorab hatte ich mir auch die anderen Angestellten „angesehen“. Meine Wahl fiel jedoch auf diese beiden Damen, denn eigentlich wirkten sie ziemlich freundlich. Zumindest bis zum Moment meiner Frage. Die ich bereits ein wenig bereute. Egal. Da musste ich nun durch.
„So. Nun habe ich Zeit, was kann ich für Sie tun?“
Während ich noch denke: typisch für mich, diese absurde Idee, antworte ich:
„Können Sie mir bitte ein weißes Din A4 Blatt und einen Stift geben? Ich müsste mal was aufschreiben.“
Noch immer haken die Möbelhausangestellten nicht nach, was ich eigentlich beabsichtige, sondern geben mir wortlos das Gewünschte.
Hastig notiere ich: „Gelb!“, male einen Pfeil und eines der Grinsedinger dazu. Langsam glaube ich, die werden mich bald wegbringen und dazu die weiße Jacke nutzen, die hinten zu schließen ist. Vielleicht bewahren sie so etwas sogar in ihrem Schreibtisch auf. Oder die haben einen Klingelknopf angebracht, den sie gleich betätigen werden, um solche Besucher wie mich vom Sicherheitsdienst entfernen zu lassen.
„Also. Es geht um Folgendes,“ spreche ich weiter, als ich den Stift zurückgebe, „Mein Mann und ich streiten seit Wochen um die gelbe Couch, die hier bei Ihnen steht. Ich möchte die Couch unbedingt, er nicht. Seiner Meinung nach sollte sie zumindest braun sein, wenn nicht gar schwarz. Ich muss also gewisse Tricks anwenden, um ihn zu überzeugen. Soll heißen, ich würde mich jetzt gern auf die Couch setzen, das Blatt mit der Schrift halten und wenn Sie so nett wären, das zu fotografieren?“
Ganz ehrlich? Mir gefällt die Couch nicht sonderlich. Aber sie ist gelb. Und „gelb“ ist die Vorgabe. Gern würde ich sagen, was ich wirklich denke, doch das darf ich nicht.
Insgeheim rechne ich jetzt ganz sicher mit der weißen Jacke, oder zumindest damit, dass ich ernsthaft gebeten werde, das Geschäft umgehend zu verlassen. Um die Gefahr zu verringern, füge ich hinzu:
„Wie viele der Couchgarnituren haben Sie denn noch vorrätig? Ich hoffe, dass ich meinen Mann auf diese Art und Weise überzeugen kann, und es wäre ärgerlich, würde keines der Möbelstücke mehr lieferbar sein.“
„Das ist die Letzte“, erhalte ich zur Antwort. Es macht den Anschein, als glaube mir die Verkäuferin kein einziges Wort. Irgendwann werde ich für meine Flunkerei noch in die Hölle kommen, denke ich. Das fliegt alles auf, fürchte ich. Was ist, wenn die Verkäuferin auch einen blog hat und bei dieser Aktion sogar mitmacht? Ich bekomme Angst.
„Haben Sie denn eine Kamera dabei?“, fragt mich die Angestellte und reißt mich aus meinen Gedanken.
„Natürlich“, antworte ich automatisch.
Gemeinsam gehen wir zur Couch, ich setze mich und möchte das nur noch hinter mich bringen. Das Lachen ist mir inzwischen vergangen, denn mein schlechtes Gewissen hat mich voll im Griff.
Ich halte das Schild, die Verkäuferin fotografiert und fluchtartig verlasse ich mit meiner Beute – dem Foto in der Kamera – das Möbelgeschäft.
Doch seitdem kann ich nicht mehr schlafen. „Lügen haben kurze Beine“ suggeriert mir ständig mein Gewissen. Und so habe ich beschlossen, mich auf diesem Wege bei der netten Verkäuferin zu bedanken und mich vor allem zu entschuldigen.
Also: liebe Möbelhausangestellte: Bitte entschuldigen Sie meine Flunkerei. Und sorgen Sie doch bitte auch noch dafür, dass mein Gewissen endlich Ruhe gibt! Ich bereue alles und werde es nie wieder tun!
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Und an Euch meine Frage:
„Meint Ihr, ich werde für meine Flunkerei wirklich im ewigen Feuer schmoren?“














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