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ein frohes Fest und besinnliche Feiertage, ihr Lieben!
Und mein Geschenk an euch ist diese kleine Geschichte. Viel Vergnügen beim Lesen und eine ganz dicke Umarmung!

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Eduard van Louisenhof ist Angestellter einer mittleren Firma, die sich mit Kosmetikartikeln beschäftigt. Eigentlich ist das gelogen, denn Eduard ist Repräsentant für Kosmetikartikel.
Aber Angestellter klingt bedeutend besser, so meint er.
Als Repräsentant ist Eduard oft unterwegs. Eduard sieht viele Frauen und begehrt viele Frauen, verbringt jedoch nun bereits das fünfte Weihnachtsjahr allein unter seiner Tanne aus grüner Plastik.
„So eine Plastiktanne ist einfach pflegeleicht“, sagte Eduard neulich zu mir. „Man kann sie das ganze Jahr stehen lassen. Sie nadelt nicht und man sticht sich nicht an ihr. Die Staubflusen werden abgeschüttelt und ob mit Lametta oder Ostereiern behangen, sie sieht immer gut aus!“
Immer, wenn wir über Weihnachten sprechen, zanken wir uns.
Es ist nicht so, dass ich an diesen Tagen Freudensprünge mache, wenngleich ich den festlichen Abend im Kreise meiner Lieben genieße. Irgendwie ist der Heilige Abend auch immer ein wenig traurig.
Eduard jedoch ist in einem tieferen Zwiespalt. Einerseits freut er sich auf die Festtage, andererseits verfällt er in tiefe Depressionen. Alljährlich höre ich die immer gleichen Worte.
„Ich brauche dieses Jahr dringend eine Frau. Ich möchte sie unter meiner Plastik sitzen haben und mit ihr zu Abend speisen.“
Eduards Ton wird weinerlich.
„Woran liegt es nur, dass ich immer alleine bin?“
Ich versuche Eduard zu trösten und spreche ihm Mut zu. Er solle seine Suche nun endlich richtig angehen. Mit der nötigen Zuversicht wird es schon gelingen.
An den folgenden Tagen sehe ich Eduard kaum. Mir ist klar, Eduard sitzt von morgens bis abends in den verschiedenen Cafés unserer Stadt. Er spricht Frauen an und opfert seine gesamten Ersparnisse.
Eduard kauft langstielige Rosen.
Eduard bezahlt die Zeche.
Eduard ist Kavalier.
Eduard ist Charmeur.
Eduard ist einfach toll.
Eben rief mich Eduard an.
Seine tiefe Stimme, die immer ein wenig zurückhaltend wirkt, ist laut und klar, deutlich höre ich Freude heraus.
„Ich habe sie gefunden!“, schreit er in mein Ohr. „Sie ist es, auf sie habe ich mein Lebtag gewartet! Ich sah sie. Ich verliebte mich sofort in sie!“
Ich versuchte, ihm ins Wort zu fallen. Natürlich wollte ich mehr über sie erfahren. Ich wollte wissen, welche Frau das Herz meines Eduard erobert habe. Ich wollte ihm alles Glück der Welt wünschen.
„Sie ist einfach göttlich.“
Eduard holte tief Luft und ich erwartete einen weiteren Redeschwall.
„Sie ist perfekt! Ihre Haut ist straff. Leicht gebräunt und faltenlos. Das wundert mich ein wenig, ist sie doch kein junges Huhn mehr. Sie ist schlank, aber nicht mager. Sie ist an den richtigen Stellen gut gepolstert. Ich liebe ihre Figur!“
Eduard wird pathetisch.
„Marie“, sagt er voller Inbrunst zu mir, „auf dieses Geschöpf habe ich mein Lebtag gewartet. Als ich sie sah, als ich sie gestern in dieser kleinen Kneipe sah, du weißt schon, Marie, die Kneipe gleich in der Nähe meines Hauses, in der ich so manch einsame Nacht verbrachte, spürte ich sofort: Sie gehört zu mir! Ein kleines weißes Tuch betonte ihre Zartheit. Fast hilflos wirkte sie mit diesem Tuch auf ihrer leicht gebräunten Haut. Und sie trug rote Pumps an den zierlichen Füßchen. Ich sah sie immer nur schweigend an. Die kleinen, feinen Härchen stellten sich in meinem Nacken auf. Auch sie sah tief in meine Augen, ich spürte es, auch wenn sie keinen Wimpernschlag tat. Ewigkeiten verbrachte ich nur mit Blicken, tief in ihre angenehme Erscheinung versunken. Ich traute mich nicht, sie anzusprechen. Ich wollte auch den Wirt nicht nach ihr fragen. Sie blieb auf ihrem Platz. Zurückhaltend wird sie sein, dachte ich.“
Gespannt lauschte ich seinen Worten.
„Schließlich fasste ich mir ein Herz. Ich erhob mich und ging auf sie zu. Sie rührte sich noch immer nicht. Still und regungslos blieb sie. Nur das kleine, blütenweiße Tuch wurde von einem Luftzug leicht in Bewegung versetzt. Ich streckte ihr meine Hand entgegen, berührte sie ganz sacht, fühlte ihre Haut. Ich nahm sie vorsichtig auf und schritt frohgemut mit ihr zum Wirt. Dann beglich ich meine Rechnung, die höher ausfiel als erwartet. Doch für sie hätte ich wirklich mein letztes Hemd gegeben. Nun ist sie hier bei mir. Ich werde sie mir schmecken lassen.
Meine Weihnachtsgans.“
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