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Sep
09

Diese Frau

Und ihre Musik übt eine eigenartige Faszination auf mich aus. Was geht nur in ihrem Kopf vor?

 

BIOGRAFIE
Björk

Sie ist klein und aus Island. Ihre Musik aber ist groß und von Welt. Björk Gudmundsdottir wird am 21. November 1965 in Reykjavik geboren und wächst zeitgerecht in einer Kommune auf. Obwohl sie gerne betont, dass es sich dabei nicht um eine Hippie-Kommune handelte, hinterlassen diese Eindrücke tiefe Spuren in Björks Gedächtnis. „Musik wurde 24 Stunden am Tag gespielt. Ich erinnere mich, dass immer Leute am Plattenspieler waren. Die eine Platte war zu Ende und sofort wurde die nächste aufgelegt“.
Im Alter von fünf Jahren wird sie an der ortsansässigen Musikschule angemeldet und erhält Unterricht in Klavier und Blockflöte. Sechs Jahre später kann sie ihren musikalischen Ausdruckswillen nicht länger bändigen und veröffentlicht (mit elf Jahren) ihr erstes Album. Der Longplayer, schlicht „Björk“ betitelt, wird in Island ein Hit und macht sie zum kindlichen Star.
Zwei Jahre später gründet sie ihre erste Band und opfert sich der Punk-Bewegung. Exodus, Tappi Tikarras und K.U.K.L. nennt sie ihre Kapellen und spielt mit letztgenannter zwei Alben für das Label der britischen Punker Crass ein. „Es war eine grundsätzliche Auseinandersetzung zwischen Instinkt und Verstand“ beurteilt sie die Dinge aus heutiger Sicht.
1987 gründet sie zusammen mit isländischen Kollegen die legendären Sugarcubes. Schon ihre erste Single „Birthday“ leitet mit Björks unvergleichlichem Gesang und experimentellen Sounds den Kult um die eigenständigen Post-Punker ein.
Nach vier Alben lösen sich die Sugarcubes 1992 wieder auf. Björk widmet sich zunehmend der britischen Dance/Electro-Szene und nimmt mit ‚808 State‘ zwei Titel für deren „Ex:El“-Album auf. Sie fasst in der Londoner Szene schnell Fuß und lernt Nellee Hooper, den Soul II Soul-Produzenten, kennen. Zusammen mit Talvin Singh, der für die Streicherarrangements engagiert wird, arbeiten sie an Björks Album „Debut“, das 1993 veröffentlicht wird. 3,5 Millionen verkaufter Einheiten sprechen dabei eine deutliche Sprache.
1995 folgt „Post“, auf der Björk neben ihren Vertrauten Nellee Hooper und Graham Massey auch mit Howie B und Tricky zusammen arbeitet. Ende ’97 legt sie mit „Homogenic“ ein ganz außergewöhnliches und sehr nachdenkliches Album vor. Zwischen mal schmeichelnden, mal fremdartig klingenden Keyboard- und Streicherflächen, grummelnden Basslinien und zögerlichen Grooves erzeugt Björks fragile Stimme ihr unverwechselbares Ambiente.
In der Folge wird es um die kleine Isländerin etwas ruhiger, mehr und mehr zieht sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Zumindest musikalisch. Vom Film erhofft sie sich mehr Anonymität und mehr Abstand zum Publikum. Björks Arbeit mit dem dänischen Regisseur Lars von Trier gestaltet sich aber auch nicht immer einfach, die Presse munkelt von Nervenzusammenbrüchen und ständigem Streit.
In „Dancer in the Dark“ spielt Björk eine junge Frau, die an einer Erbkrankheit erblindet und ihren Sohn vor dem gleichen Schicksal bewahren will. In ihrem Unglück begeht sie einen Mord und wird zum Tod durch Erhängen verurteilt. Sentimentales Thema. „Sie ist keine Schauspielerin, sie hat das alles immer wirklich gefühlt“, sagt von Trier über Björk, die auch die Filmmusik („Selma Songs“) komponiert. Beim Filmfestival in Cannes erntet der Film nicht nur Beifall. Die Reaktionen der Kritiker reichen von „Einfach schrecklich“ bis hin zu „Große Kunst“.
Begeistert wird „Dancer in the Dark“ dagegen vom Publikum in Cannes aufgenommen. Dem schließt sich dann auch die Jury an, zeichnet den Film mit der begehrten Goldenen Palme und Björk als beste Hauptdarstellerin aus. Die hat trotzdem vom Film die Nase voll und freut sich wieder auf ‚richtige‘ Musik.
Nach dem sehr kontrovers diskutierten „Verspertine“ startet Björk 2002 mit der Veröffentlichung einer 5-CD-Box wieder richtig durch. Neben zwei enthaltenen „Best Of“ (eine wird von ihren Fans per Internet-Votum zusammen gestellt) enthält die „Family Tree Box“ außergewöhnliche Perlen. Die Streichquartett-Interpretationen des Brodsky Quartet markieren den Grenzen sprengenden Höhepunkt. Zeitgenössische Klassik geht dabei mehr als einen Flirt mit Björks Pop-Kunst ein.
Und damit nicht genug der Experimente – mit „Medulla“ veröffentlicht Björk im Jahr 2004 erstmals ein A capella-Album. Zur Seite stehen ihr renommierte Vocal-Artisten wie Rahzel, die ‚human beatbox‘ von The Roots, die Kopfstimmenspezialistin Tanya Tagaq oder der Faith No More-Frontmann Mike Patton. Die weniger experimentierfreudigen Anhänger ihrer Musik freuen sich mit dem Folgealbum „Volta“ (2007) über ihre Kehrtwende zurück zu tanzbaren Sounds. Einmal mehr stellt Björk damit klar: Mit Erwartungshaltungen ist man bei ihr an der komplett falschen Adresse.

Quelle


4 Responses to “Diese Frau”


  1. 22. September 2009 um 11:26

    Guten Morgen liebe Heike,
    ich möchte dir wenigstens einen schönen Tag wünschen.

    Liebe Grüße🙂
    deine Bärbel.

  2. 22. September 2009 um 16:42

    Ja, Björk ist schon irgendwie faszinierend. Kennst du den Film „Dancer in the Dark“ wo sie mitspielt?


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