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Dez
09

Als ich einmal ein Kind war …

.

… lief ich, besonders in den Wochen vor HeiligAbend, an der Hand meiner Großmutter in der Dunkelheit durch die Straßen. Wir schauten in die geschmückten Fenster der Häuser, ahnten die Menschen in ihren Wohnungen und ich sagte:

„Ich möchte da bitte gern hineingehen und alles ganz genau ansehen!“
Großmutter strich mir mit ihrer warmen, nur ein ganz klein wenig runzligen Hand tröstend über die Wange und antwortete:
„Das geht leider nicht. Sei nicht traurig. Sieh doch! Von daußen ist es ja auch ganz hübsch.“


Heute

.

viele gefühlte tausend Jahre später, wünschte ich mir manchmal, mein Verlangen aus der Kindheit hätte sich nicht mit dieser Intensität erfüllt.

 


24 Responses to “Als ich einmal ein Kind war …”


  1. 1 werner
    5. Dezember 2009 um 02:10

    Kindheitserinnerungen…..

    Am heiligenabend nachmittags,
    meine freunde und ich bei einem spaziergang umd ie zeit bis zur Bescherung zu vertreiben…
    der keline Bruder meines Freundes war auch dabei und wir „großen“ verständigten uns dass wir noch davon reden sollten dass dasChristkind die Geschenke bringt, weil der „kleine“ ja noch dran glaubt.
    Ich weiß nicht mehr wie alt ich damlas war, aber ich denke mal so ch 6 oder 7 🙂

  2. 5. Dezember 2009 um 10:55

    Vielleicht wäre es heute mit dieser Unbefangenheit und Unbedarftheit von damals nicht ganz so schlimm.
    Mit Kinderaugen sieht man es noch anders.
    Ich weiß noch wie ich als Kind den Weihnachtsmarkt geliebt habe, an der Hand von Oma und Opa.
    Und ich habe es erlebt, wie meine Kinder an der Hand ihrer Oma das erste Mal es erlebt haben und wie aufgeregt sie waren und wie glücklich meine Mutter.
    Heute wünschte ich es mir zurück, dass meine Mutter es noch erleben könnte und auch meine Großeltern.
    Dein Text stimmt mich mehr als traurig…

    Umärmelung meine Liebe und ein schönes 2. Adventswochenende.

    • 5. Dezember 2009 um 15:21

      Meine liebe Sabine, ich glaube dir gern, dass du das nachvollziehen kannst. Aber du musst nicht traurig sein. Immer wenn wir an sie denken, sind sie uns nah. (Und wir ihnen auch, davon bin ich überzeugt!)
      Auch dir eine liebe Umarmung und ein schönes Adventswochenende!

  3. 5. Dezember 2009 um 14:31

    Warst ja ein süsses Kind 🙂

    Soll dir einen schönen Gruß von Bambam bestellen. Er sagt, deine Plätzchen sind sehr schmatzelig 🙂 Der Frechdachs hat mir doch einen vom Schreibtisch geklaut und drauf rum gemampft.

  4. 5. Dezember 2009 um 14:40

    Traurig hört sich das an!
    Das Video ist sehr schön!

    Schönes Wochenende wünscht dir Anja

    • 5. Dezember 2009 um 15:24

      Liebe Anja, danke und auch dir ein schönes Wochenende!

      🙂

      Ja, manchmal bin ich auch traurig, besonders dann, wenn ich Dinge sehe, die ich lieber nicht sehen möchte, wenn ich Dinge erfahre, die ich gar nicht wissen möchte und das Gefühl bekomme, dass alle Welt Probleme hat, die sie bei mir irgendwie zwischenparken müssen. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich unterscheide hier eindeutig zwischen Privat und Beruflich. Beruflich möchte ich nämlich manchmal wirklich gern lediglich meinen trockenen, sachlichen Anforderungen nachgehen. Doch das geht oftmals nicht. Im Umgang mit den Menschen.
      Privat ist das natürlich anders.
      Da bin ich da.
      Immer.
      Immer wieder.
      🙂

      LG!

  5. 5. Dezember 2009 um 15:08

    So ernst, wie du auf dem Bild der Gegenwart ausschaust, glaub ich dir das hundertprozentig.
    Wobei, da ist auch Trotz. Energie. Irgendwie auch Hoffnungsschimmer.
    Ein weiter Weg von dem bezopften fröhlichen Kind.
    Wünsche müssen ja nicht ewig bleiben. Verändern können wir sie, so wie wir uns verändern.

    • 5. Dezember 2009 um 15:26

      Lieber Jörg. Danke für deine Sichtweise. Das Foto ist vom Freitag, nach einer langen und anstrengenden Arbeitswoche. Da staune ich manchmal selbst, dass ich das Lachen noch nicht verlernt habe.
      🙂

      Und interessant. Den trotzigen Zug um den Mund, der ist mir auch als Erstes aufgefallen.
      Und Hoffnung – nun ja, irgendwie erholt man sich immer. Vielleicht hilft auch der Trotz dabei, Hoffnung zu sehen.
      Nach dem Motto: „Pah! Ihr kriegt mich nicht klein!!“

      Und an der Veränderung bin ich dran. Auch wenn es Jahre dauern wird. Doch das ist der Lauf der Zeit. Ziele müssen erarbeitet werden.

      Wie macht man das überhaupt als Seelsorger? Nimmt man alle Probleme der ganzen Menschheit mit nachhause? Beschäftigt man sich auch im häuslichen Umfeld damit? Gibt es irgendwelche Mechanismen, die dabei helfen, abzuschalten?

      Fragen über Fragen …

      Liebe Grüße!

      • 5. Dezember 2009 um 15:50

        Jetzt habe ich auch noch nachgeschaut, ja, hatte ich richtig vermutet, woher die ungewollte Wunscherfüllung kommt.
        Der Beruf ist ja nicht nur mit Problemen anderer angefüllt. Aber wenn es dicke kommt: Als Paar in geteilter Stelle ist die Kollegin meist nicht weit. Für einen Schwatz ist irgendwann Zeit.
        Mal raus an die frische Luft – ist ja immer gut.
        Oft genug ist der Tag angefüllt, so dass manchmal zum Nachdenken keine Zeit ist – was auch ein Vorteil sein kann.
        Als die Depri am schlimmsten war, in der ersten Stelle, vor 15 Jahren: Jeden Abend hinsetzen und mindestens 10 Sachen aufschreiben, für die ich dankbar bin…
        Ansonsten bleibt das Zuhause kein feier Ort. Wo ei Kinder eine gute Hilfe sind. Sie rücken die Möbel gerade: früher als Kleine, deren Bedürfnisse Vorrang hatte. Jetzt als Gesprächspartner, die einem mit viel Ironie auch den Spiegel vorhalten…

        Und hast du konstruktive Schneisen im Grübeldickicht?
        Gruß, Jörg

        • 5. Dezember 2009 um 15:59

          Darüber sollte ich nachdenken, lieber Jörg, danke.
          Ich neige dazu, meine Arbeit nicht zu thematisieren, mit der Begründung?, den Arbeitsproblemen nicht noch mehr Gewicht zu verleihen, als sie ohnehin schon haben. Da bin ich dann auch hinsichtlich der Arbeitsprobleme meiner Kollegen etwas ignorant, höre vielleicht noch anstandshalber zu, aber möchte nicht wirklich darüber sprechen.

          Es ist ja nicht so, dass mich meine Arbeit depressiv macht, es ist nur vor Weihnachten besonders anstrengend. Und dann vermisse ich gerade auch meine Großmutter. Die schöne, kluge Frau mit den gütigen Händen.

          Die Spaziergänge – ein wenig helfen sie.

          Und der Partner. Natürlich. Er bringt mich zum Lachen, selbst wenn mir nach Weinen ist.

          Und die Freunde. Freundinnen.

          Die Kommentare auf meinem Blog, geschrieben von Menschen, von denen ich doch viele noch nicht einmal persönlich kenne.

          Du hast recht.
          Kein Grund, mit dem Schicksal zu hadern.
          Danke.

          Gruß, Heike.
          🙂

  6. 19 AlterSackAusMünchen
    5. Dezember 2009 um 16:04

    Ja, so gehen sie dahin die Illusionen der Kindheit.

    Aber wer weiß, vielleicht war es früher ja wirklich schöner bei den Leuten daheim…

    Versuche, die Dinge mit Geduld und Güte zu betrachten…Ommmmmmmmmmm (wahlweise ein Weihnachtsglöckchen)

    Klingt satirisch…ist es aber nicht…

    🙂

  7. 5. Dezember 2009 um 17:57

    Liebe Heike,
    als das Foto von dir entstand, mußt du wirklich einen schlechten Tag erwischt haben. Mal wieder sprechen deine Augen Bände: Trauer und Nachdenklichkeit spiegeln sich in ihnen.
    Deinem Gesicht sieht man den Stress und die Energie an, über irgendetwas denkst du nach.
    Denk an schöne Zeiten, dann wird es dir wieder besser gehen.
    Viele liebe Grüße
    🙂
    Bärbel

    • 5. Dezember 2009 um 18:21

      Meine liebe Bärbel,
      sorge dich nicht, ist schon wieder alles gut.
      Danke!

      Weißt du, was ich ziemlich interessant finde? Meine Augen sahen irgendwie schon als Kind erwachsen aus. Also wenn ich so mein Kinderfoto betrachte. Aber das kann eigentlich nicht sein, denn da war ich gerade sechs Jahre alt.
      Aber vielleicht sehe ich das nur so. Denn je mehr ich es anschaue, umso mehr finde ich, die Augen passen nicht zum Kind.
      Weißt du, wie ich das meine?

      Ganz liebe Grüße
      🙂
      Heike

  8. 5. Dezember 2009 um 21:05

    War das Absicht, dass du zwei Kinderfotos von dir eingestellt hast?


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