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Mai
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Kafka

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Nachts

Versunken in die Nacht. So wie man manchmal den Kopf senkt, um nachzudenken, so ganz versunken sein in die Nacht. Ringsum schlafen die Menschen. Eine kleine Schauspielerei, eine unschuldige Selbsttäuschung, daß sie in Häusern schlafen, in festen Betten unter festem Dach ausgestreckt oder geduckt auf Matratzen, in Tüchern, unter Decken, in Wirklichkeit haben sie sich zusammengefunden wie damals einmal und wie später einmal in wüster Gegend, ein Lager im Freien, eine unübersehbare Zahl Menschen, ein Heer, ein Volk, unter kaltem Himmel auf kalter Erde, hingeworfen wo man früher stand, die Stirn auf den Arm gedrückt, das Gesicht gegen den Boden hin, ruhig atmend. Und Du wachst, bist einer der Wächter, findest den nächsten durch Schwenken des brennenden Holzes aus dem Reisighaufen neben Dir. Warum wachst Du?

Einer muss wachen, heißt es.

Einer muss dasein.

(aus: Franz Kafka, Die Erzählungen, S. FISCHER, Seite 357)

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8 Responses to “Kafka”


  1. 7. Mai 2012 um 08:43

    Liebes Paradiesli,
    zur Zeit komme ich kaum zum Lesen, dafür grüße ich Dich aber ganz herzlich und wünsche Dir eine gute Woche
    SK

    • 10. Mai 2012 um 21:28

      Danke, liebste Sweetkoffie, die Woche ist ja nun schon fast wieder vorbei, ich weiß nicht, wo die Zeit immer hinrast.
      Dann wünsche ich dir mal schon einen schönen Freitag und ein angenehmes, kommendes Wochenende.

      Liebe Grüße!
      🙂

  2. 7. Mai 2012 um 09:43

    Ich muss gestehen, dass mich mit den Werken des Herrn Kafka seit meiner Realschulzeit überhaupt nix am Hut hab‘. Aber wir sind ja zum Glück nicht alle gleich – das wäre ja furchtbar langweilig, gell. 😉
    Ich wünsche dir eine gute und unbeschwerte neue Woche!
    ♥liche Grüße!

    • 10. Mai 2012 um 21:29

      Danke liebe Margot, dir auch schon mal ein schönes Wochenende! Ich komme irgendwie zu gar nichts mehr, so langsam muss ich aufpassen, dass ich mich nicht wieder überanstrenge …

      Liebe Grüße an dich!!

  3. 7. Mai 2012 um 13:49

    Warum schwere Kost? Seine Gedanken und seinen Schreibstil muss man nicht immer gut finden, aber um das heraus zu bekommen muß man ihn gelesen haben. Nicht war? Meine Kinder haben zu Kaffka (einhellig) eine andere Meinung als ich. (Und ich musste nochmal lesen. :D) So ist das eben. Und ich finde es gut.
    Liebe Grüße von der Gudrun

  4. 8. Mai 2012 um 19:22

    Stimmt, Kafka ist für Düsternis bekannt. Aber das ist gar nicht so düster. Das hat Leben.


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