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Mai
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Selfies und andere Merkwürdigkeiten Ostseeimpressionen – 5 –

Ich bin nicht der Typ für Selfies oder gar hochwertige Natur- oder Studioaufnahmen meiner eigenen Person, ich kann nicht lächelnd und strahlend, meinetwegen auch mit einem versonnen scheinenden Blick in die Kamera posen. Das bedauere ich manchmal, sehe ich mir doch durchaus solche Aufnahmen an und finde sie lustig oder nett oder eben einfach gelungen. Richtet man die Kamera auf mich, bekomme ich einen mittleren hysterischen Anfall, der sich bis zum durchaus als explosiv zu bezeichnenden Anfall steigert, nimmt man die Kamera dann nicht ganz schnell wieder weg. Ich bin eindeutig der Typ, der den Fotografen verklagen würde (na ja, nicht wirklich, aber ich würde permanent darüber informieren, dass das Bild sofort entfernt werden müsste, und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen Stalking hinter Gittern landen, oder mich zumindest zur echten Nervensäge entwickeln) veröffentlichte man von mir einfach so eine Aufnahme, ohne mich gefragt – und ohne meine NICHTgenehmigung akzeptiert zu haben. Ja, man könnte mich mit Fug und Recht als „kamerascheu“ bezeichnen.

Nun gibt es aktuell drei Personen, denen ich das Fotografieren vorbehaltlos gestatte, ohne dass ich – bereits hyperventilierend – beginne, mich zurechtzurücken und mich dabei äußerst unwohl zu fühlen.

Meine Tochter, mein fünfzehnjähriger Neffe, und Frau Tonari erfassen irgendwie genau den Moment, in dem ich mich nicht beobachtet fühle, und der meiner Meinung nach mehr meinem Wesen entspricht, als alle anderen Aufnahmen, denen ich mich manchmal versuche zu stellen, das aber ganz schnell wieder sein lasse. Merkwürdigerweise gelingt es nur meiner Tochter, dass ich mich auch schon mal in die Kamera lächelnd zeige – es liegt dann wohl an ihrer ansteckenden Leidenschaft für Selfies, ich glaube, diese Generation perfektioniert das auf eine ganz eigene, unbekümmerte Art und Weise.

*

Folgende Aufnahmen hat Frau Tonari gemacht – ich danke ihr an dieser Stelle sehr dafür!

„Fotografenyoga“ nannte sie es bei der einen oder anderen meiner eigentümlichen Haltungen. Schauten mich bei diesen „Übungen“ Spaziergänger merkwürdig an, wurden sie gern von Frau Tonari mit den Worten aufgeklärt: „Das macht sie immer so – (gehen Sie ruhig weiter).“🙂

Mein absolutes Lieblingsbild, das sie mir freundlicherweise überlassen hat, von dem ich so begeistert bin, das ich so ausdrucksstark finde, wie kein anderes – tja, das zeige ich euch später.


16 Responses to “Selfies und andere Merkwürdigkeiten Ostseeimpressionen – 5 –”


  1. 1 alex
    24. Mai 2015 um 18:04

    …man sieht „sie“ aber dann doch wieder nicht. Passt doch so !

  2. 24. Mai 2015 um 18:05

    Hahaha, der Beitrag hätte glatt von mir sein können.
    Ich mag auch keine Bilder von mir (im Netz sehen).
    Um so mehr freue ich mich, dass es diese drei von Dir geschafft haben, akzeptiert zu werden. Fein.
    Augenzwinkerndes Geschichtchen rund um Dein Fotografenyoga.
    (Vielleicht sollte ich mir das Wort patentieren lassen? *grins*)

    • 24. Mai 2015 um 20:11

      Ja, da sind wir uns sehr ähnlich, vielleicht deshalb auch das Vertrauen. Das ungezwungene Verhalten, wenn doch mal eine Aufnahme gemacht wurde. Ich bin so froh darum!!🙂

  3. 24. Mai 2015 um 18:13

    Das erste Foto mit dem Titel dazu ist wirklich allererste Sahne für selfiescheue Fotografinnen.
    Mit Gruß zu dir

    • 24. Mai 2015 um 20:12

      Danke Clara.🙂 Ja, irgendwie schon. Und ich muss immer schmunzeln, wenn ich es sehe, weil ich dabei an ein Stativ denke. Noch dazu ich mit denen ja auf Kriegsfuß stehe, hier zwar ein ziemlich Gutes habe, mich das ausrichten und daran herum stellen jedoch immer nervt. Aber die Haltung ist irgendwie auch so …🙂 Herzliche Grüße zu dir!

  4. 24. Mai 2015 um 18:36

    Wow, du bist ja gelenkig, meine Hochachtung, das wäre ich auch noch zuuu gern.
    Tolle Aufnahmen, du willst eben immer ganz nahe ran, das ist der Beweis.
    deine Bärbel

  5. 24. Mai 2015 um 19:20

    Das habe ich gerade auch gedacht, enorm, wie gelenkig du bist. In die Hocke gehe ich ja auch mal ab und zu zum Fotografieren, aber frag nicht, wie ich wieder hoch komme🙂

    • 24. Mai 2015 um 20:14

      🙂 Danke Ute. Ich hoffe, das kann ich noch ganz lange, mir würde es wirklich fehlen. Aber wäre es anders – man muss sich dann wohl auch damit arrangieren. Leider.
      Viele Grüße!!

  6. 24. Mai 2015 um 20:43

    Hinter vielen Deiner absolut tollen Bilder habe ich schon ähnliches vermutet.
    Schön, dass Du Dir mal ganz subjektiv hinters Objektiv schauen läßt!

    • 25. Mai 2015 um 06:54

      Danke M., ich meine, ich weiß ja, dass ich oft sehr merkwürdige Haltungen beim Fotografieren einnehme, die aber auch mal selbst zu sehen, belustigt mich ziemlich.🙂


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