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Wie von Öl gezeichnet, bestieg sie das Wasser, in dem ich mich befand und die Frauen sich meiner annahmen wie das Feuerwerk dem Wasser. Unter dem Leuchten türmten sich ihre buschigen Haare und ihr vorgestreckter Hals über meinen Kopf und sie schimmerte in ihrem Lächeln, als wollte sie sich nicht mehr beherrschen und als ich meine Hand auf ihren Hals legte, verrutschte unsere Bettdecke und sie legte sich über mich. Was hast du gelacht, die Weite als Gewand über mich ausgebreitet als weiterer Hinweis darauf, dass wir aufeinander eingestimmt waren um ineinander hineinzugehen und zu verschwinden. Sie war ein Leib, ein Einschneiden, ein Hingleiten, ein Laken, ein Tuch, eine Wand aus Haut und Bewegung, sie strömte über mich und nahm mich mit.

- Schnitt -

Da war es wieder, diese Unruhe, die vom Bauch ausging. Ich versuchte, am Morgen diese Unruhe zu vertreiben. Ich vertrieb die Unruhe, indem ich meine Telefunken in Bewegung setzte, und die krachenden Elemente eines Molvaer versetzten mich in eine noch größere Unruhe.

- Schnitt -

Ich zog zur Abwechslung den Stecker.
Wir saßen zur Abwechslung am See und wir hörten wie Frösche sich in Mücken verwandelten. Wir waren plötzlich erheitert. Es gab noch den Hinweis, ich sei durchgeknallt. Oder eigentlich war ich OK.
Und wenn ich es mir recht überlege, so brauche ich nichts mehr zu sagen, denn eigentlich war alles gesagt, dachte ich, und weil alles gesagt war, fühlte ich, dass es gut war.
Ich habe etwas erlebt, was ich noch nie erlebt habe. Und diese Schönheit nahm in mir Raum ein.

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aus: Bonjour tristesse

von Francoise Sagan

Ich zögere, diesem fremden Gefühl, dessen sanfter Schmerz mich bedrückt, seinen schönen und ernsten Namen zu geben: Traurigkeit. Es ist ein so ausschließliches, so egoistisches Gefühl, dass ich mich seiner fast schäme – und Traurigkeit erschien mir immer als ein Gefühl, das man achtet. Ich kannte es nicht; ich hatte Kummer empfunden, Bedauern und manchmal Reue. Jetzt hüllt mich etwas ein wie Seide, weich und ermattend, und trennt mich von den anderen.

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Beieinandersitzen
Ein Gedicht von Heinz Kahlau

Einfach beieinandersitzen,
tut mir gut und macht mich froh,
dieses stille Beieinander
war bei keiner andern so.

Ohne Zeichen, ohne Rede
steigen wir aus unsrer Hast,
setzen wir uns hin und schweigen,
halten beieinander Rast.

Jeder ist dann auch der andre,
still und freundlich ist der Blick,
doch dann lächeln wir und springen
in die große Hast zurück.

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Ich habe dich so lieb

Ein Gedicht von Joachim Ringelnatz

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei – verjährt –
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.

Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.

Ich habe dich so lieb.

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Problem
Ein Gedicht von Heinz Kahlau

Du bittest mich, ich soll dich kühler küssen.
Nur meinem Blick erlaubst du anzufassen.
Von meinen Händen möchtest du nichts wissen.
Ich soll sie tief in meinen Taschen lassen.

Gelassenheit ist eine schöne Gabe.
Ich fürchte nur, sie wird uns wenig nützen.
Wenn ich die Hände in der Tasche habe,
wie soll ich mich vor deinen Händen schützen?

 

 

25.10.2009

“Männer geben dem, was sie lieben, immer einen anständigen Namen.”

“Kein bloßer Mensch kann sich dem Feuer aussetzen, ohne zu verbrennen.”

Aus:

Besessen – Eine Literaturverfilmung

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“Wenn die Seele soweit ist, sind es die Dinge auch…”

William Shakespeare

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 Andrew Sean Greer

Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli

- Seite 71

“Hier nistet eine kleine Lüge.”

“Ich mache aus meinem Herzen eine Kamelie, die in einer Schale mit klarem Wasser schwimmt, während es in Wirklichkeit ein dunkles, geschwollenes Ding war.”

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Andrew Sean Greer

Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli

- Seite 11

“Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen”

… und da ich “Max Tivoli” wirklich zu meinen erklärten Lieblingen erkoren habe, ein weiterer Beweis der wunderschönen Erzählkunst des Schriftstellers.

“Ich sitze hier an einem herrlichen Apriltag. Um mich verwandelt sich alles; die Sonne zeichnet tiefe Schatten hinter die Kinder und Bäume und radiert sie, kaum das eine Wolke aufzieht, wieder aus. Das Gras füllt sich mit Gold, dann zerfällt es zu nichts. Der ganze Schulhof wird mit Sonne bespritzt und besprengt, bis alles vor erhabener Schönheit leuchtet und es mir den Atem raubt, dem Schauspiel beizuwohnen. Niemand sonst achtet darauf.”

Ich liebe schöne Sätze.

Zur Erläuterung:

ich lese Bücher mit einer gewissen Merkwürdigkeit. Zuerst nehme ich also das Buch, das mir interessant erscheint. Ich verschlinge es nicht, sondern bleibe auch schon einmal an schönen Sätzen hängen. Dann lese ich immer und immer wieder diesen einen Satz und freue mich daran, überlege, wie der Schriftsteller darauf gekommen ist usw. Verständlicherweise bekomme ich dadurch von der Handlung des Buches nicht allzuviel mit.

:-)

Also lese ich das Buch, wenn es mir denn gefällt, ein zweites Mal. Dann kenne ich die schönen Sätze bereits und kann mich auf die Handlung konzentrieren.

Auf dieser Seite werde ich schöne Sätze einstellen. Aus dem Zusammenhang gerissen und dennoch äußerst wirkungsvoll. Vielleicht kann ich euch so ein wenig von meiner Freude abgeben und ihr versteht sogar meine merkwürdige Leseart. Natürlich bin ich an “schönen Sätzen” von euch sehr interessiert.  Ganz gleich, ob ihr sie irgendwo gelesen habt oder sie eurer eigenen Feder entspringen.

Also fleißig “mitarbeiten”, ja?

:-)


8 Responses to “Wortschönheiten”


  1. 1 arsfendi
    22. Dezember 2007 um 13:07

    Hier auch mal von mir ein paar gesammelte Zitate aus meinen Lieblingsbüchern:

    “Warum sollte man annehmen, daß Schönheit, das Kostbarste auf dieser Erde, wie ein Stein am Strand liegt, damit sie jeder gedankenlos Vorübergehende so nebenbei aufhebt? Schönheit ist etwas Wunderbares und Ungewöhnliches, das der Künstler unter Seelenqual aus dem Chaos der Welt formt. Und wenn er sie geschaffen hat, ist es nicht allen vergönnt, sie zu erkennen. Um sie zu erkennen, muß man das Abenteuer des Künstlers wiederholen. Es ist eine Melodie, die er singt, und um sie im eigenen Herzen zu hören, braucht man Wissen, Empfindsamkeit und Phantasie.”
    [W.Somerset Maugham: Silbermond und Kupfermünze]

    ***

    “Eine Träne vergießt sich hier bei mancherlei Gelegenheit. Wenn man annimmt, daß Schönheit die Verteilung von Licht auf der Netzhaut kongenialste Weise ist, dann ist eine Träne das Eingeständnis der Unfähigkeit der Netzhaut wie auch der Träne, Schönheit festzuhalten. Liebe kommt schließlich mit der Geschwindigkeit des Lichts; Trennung mit der des Schalls. Daß die größere Geschwindigkeit zur geringeren verkommt, ist der Grund, weshalb das Auge feucht wird. Weil man ein endliches Wesen ist, empfindet man eine Abreise von diesem Ort für immer als endgültig; ein Abschied von hier ist eine Verbannung des Auges in die Provinzen der anderen Sinne; im besten Falle in die Ritzen und Risse des Hirns. Denn das Auge identifiziert sich nicht mit dem Körper, sondern mit dem Gegenstand seiner Aufmerksamkeit. Und aus rein optischen Gründen bedeutet Abreise für das Auge nicht, daß der Körper die Stadt verläßt, sondern daß die Stadt die Pupille im Stich läßt. Ähnlich bereitet das Verschwinden der Geliebten, insbesondere ein allmähliches, immer Schmerz, egal wer und aus welchem peripatetischen Grund sich eigentlich wegbewegt. Wie die Welt beschaffen ist, ist die Stadt die Geliebte des Auges. Danach ist alles Enttäuschung. Eine Träne ist die Antizipation der Zukunft des Auges.”
    [Joseph Brodsky: Ufer der Verlorenen]

    ***

    Von allen Dingen, auf die der Mensch gekommen ist, um sich selbst weh zu tun, ist das schlimmste die Liebe. Wir leiden ständig, weil jemand uns nicht liebt, weil jemand uns verlassen hat, weil jemand nicht von uns läßt.
    [Paulo Coelho, Auf dem Jakobsweg]

    ***

    Diese Sorge um das eigene Bild ist eine geradezu schicksalhafte Unreife des Menschen. Es ist sehr schwer, diesem Bild gegenüber gleichgültig zu bleiben. Eine solche Gleichgültigkeit übersteigt die menschlichen Kräfte.
    [Milan Kundera, Die Unsterblichkeit]

    ***

    Solche Menschen hat es in der Geschichte gegeben, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet hatten, und das nur aus Hingabe und Liebe; Menschen, die ihr Leben den anderen buchstäblich geschenkt haben; und die dennoch nicht den Eindruck erweckten, sich aufzuopfern; und die sich in Wirklichkeit keine andere Lebensweise vorstellen konnten, als ihr Leben den anderen zu schenken – in der Praxis waren solche Menschen im allgemeinen Frauen.
    [Michel Houellebecq:Elementarteilchen]

    ***

  2. 2 max
    8. Januar 2008 um 21:28

    …ich hab dann beschlossen ich werd jetzt ein anderer mensch. das hat auch geklappt; ich bin ein anderer mensch geworden, doch ich habe dann festgestellt der neue mensch säuft genau so viel wie der alte…

    fredl fesl (grad noch mal glück ghabt – die welt hat an vogel)

  3. 3 paradalis
    9. Januar 2008 um 06:21

    danke max. das schöne an dieser rubrik ist, dass man so auf neue, lesenswerte bücher hofft. leider habe ich von fredl fesl nur songtexte etc. bei google gefunden.

    die sind mit einer großen portion humor versehen.

    gefällt mir.

    gruß
    heike

  4. 30. November 2011 um 11:28

    Hallo meine Liebe, wie lange haben wir jetzt nichts voneinander gehört…
    Da lese ich hier vom Krankenzimmer aus diese wundervollen kraftspendenden und empfindsamen Worte, versuche vergeblich Dich zu erreichen und schreibe jetzt hier, wie sehr Worte berühren können, insbesondere wenn man sie selbst so empfindet.
    Momentan bin ich vielleicht extrem melancholisch, aber ich ziehe mir so viel Kraft aus meinem goldenen Fels in der Brandung, der mich selbst durch den größten Sturm trägt.
    Wundervolle Worte, die ich selbst so empfinde, Tag für Tag.

    Ich hoffe es geht Dir gut?!?

  5. 21. September 2012 um 09:43

    Bin durch einen sympathischen Zufall in diesem wunderschönen Forum gelandete.
    Google meldete mir ein WortHupferl- Zitat aus meiner Feder( Finde es aber nicht. Schade. Hätte mich hier zu Hause unter Freunden gefühlt)
    Aus dem Zentrum der Spätzleskultur meine La Ola-Welle und liebe Grüße auch von der WortHupferl-Fee.
    Herzlich willkommen auf meiner Hupferl- Spielwiese!

    • 22. September 2012 um 06:19

      Herzlich Willkommen, Karl-Heinz, ich hoffe, du fühlst dich wohl hier! :-)

      Ein Zitat aus deiner Feder? Das musst du jetzt unbedingt suchen, es interessiert mich auch sehr! Der Autorenname stand sicher dabei, sonst hätte man den Bezug zu dir ja nicht herstellen können. Falls du allerdings nicht möchtest, dass dieses Zitat (WELCHES???) hier erscheint, eine kurze Info genügt, kein Problem!

      Herzliche Grüße und alles Gute,
      Heike

  6. 22. September 2012 um 12:32

    Danke für die nette und prompte Antwort-ich fühle mich hier seeehr wohl!
    Leider kann ich den Recherche-Wunsch spontan nicht erfüllen
    Da ich ein neugieriger Mensch bin , google ich jeden Morgen, wohin mich die WortHupferl-Klicks trugen-
    und da i ch eigentlich jeden Tag meine Hupferl-Werkbank neu betätige, dazu meine WortHupferl-Fee
    auf http://www.worthupferl.de täglich auch noch neu aktiv ist und meine Hupferl-Seilschaft wächst und wächst,
    lande ich – oft auf dem Trittbrett von Freunden- auf rätselhafte Weise in den fazinierendsten Revieren
    Einige dieser Pfade kann ich bei bestem Willen nicht mehr rekonstruieren.

    Schön für mich jedenfalls, dass wir uns auf diese Weise kennen lernten.
    Ich wünsche weiter jede Menge Spaß und Erfolg
    und zunächst ein besonders fröhlich hupferlndes Wochenende!

    Alles Liebe

    KarlHeinz Karius


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