Posts Tagged ‘Oederan

27
Nov
15

Suchst du dich …

„Suchst du dich selbst, so suche draußen in der Welt. Suchst du die Welt, so suche in dir selbst.“

Rudolf Steiner (1861 – 1925)

Dieses Zitat findet man in einem Spruchkalender, der in der Praxis von Dr. Med. R. Eisenbrandt und DS A. Zeiner in Chemnitz angebracht ist.

Seitdem ich ihn las, denke ich darüber nach, wie ich ihn für mich interpretieren kann.

*

*

Nun sind einige Bilder und Texte der Ausstellung, die vorab im WEBEREI Museum Oederan – hier: PDF Datei zur Vernissage –  zu betrachten waren, in den Räumlichkeiten der Zahnarztpraxis DS Annette Zeiner und Dr. Med. Ralf Eisenbrandt, Chemnitz, Markusstraße.

Praxis 5Praxis 4Praxis 3Praxis 2Praxis 1

Vielen Dank, Andreas Kürth für die Herstellung des Kontaktes.

Vielen Dank, Herr Dr. Eisenbrandt und Team für das Interesse und die Inspiration/Motivation!

*

*

Und ihr? Wie interpretiert ihr dieses Zitat?

31
Okt
15

Heute

 

Seid herzlich Willkommen!

Finissage

27
Okt
15

.

Einleitend:

Ich schreibe hier nicht von den Fehlern der Politikern, der Überforderung. Es ist eine schwierige Problematik, ich bin einmal mehr froh, kein Politiker sein zu (wollen) müssen. Mir geht es um den menschlichen Aspekt, der mich gerade ziemlich erschüttert.

Ich habe mich die ganze Zeit auf meine Finger gesetzt, allerdings, nachdem ich das Video

über die Bürgerversammlung gesehen habe, geht das nicht mehr.

Vor acht Jahren bin ich von Oederan (Einwohnerzahl ca. 8 000) nach Chemnitz gezogen, aber fühle mich mit Oederan noch ziemlich verbunden. Deshalb wächst wohl auch in mir immer mehr der Gedanke, dass ich mich fremd schäme. Mich für vieles schäme, was in dieser Kleinstadt geäußert wird, mich für viele Einstellungen fremd schäme.

Stellen wir uns an dieser Stelle bitte einmal vor, jetzt, plötzlich mitten in der Nacht, wir sind gerade eingeschlafen, bricht ein Krieg in Deutschland aus, Sirenen heulen, Bomben fallen, Häuser werden zerstört, Menschen getötet. Laute Schreie, Maschinengewehrfeuer, Flieger. Ohrenbetäubender Lärm. Vermisste Familienangehörige. Tote Familienangehörige.

Angst.

Man will nicht weg, will aber auch überleben. Und so flüchtet man.

Wie fühlt man sich, wenn man froh ist, dass man die Kriegsregion hinter sich gelassen hat, in einen Ort „aufgeteilt/einquartiert“ wird (man das so eigentlich nicht sieht, weil man ja froh ist, dass die Flucht vorüber ist) also man dann in einem Ort ist, in dem man sich wieder nicht traut, vor die Tür zu treten, weil man bereits im Vorfeld stigmatisiert wurde. Weil einem offene Feindseligkeit entgegen prallt. Weil man wohl als Flüchtling auch Angst haben muss, in diesem Ort die Kinder draußen spielen zu lassen.

Wie fühlt man sich selbst, wenn es einem so ergehen würde?

Natürlich ist das eine andere Religion, es sind andere Lebensumstände, ein anderer Kulturkreis. Es ist ein fremdes Land, aus dem die Flüchtlinge kommen. Wie würde es uns gehen, mit dieser viel bemühten „deutschen Gründlichkeit“ (von der man nur leider allzu oft nur dann etwas bemerkt, wenn es demjenigen auch passt gründlich zu sein) in einem fremden Land? Wie kämen wir zurecht? Würde man uns überhaupt haben wollen? Wäre man neugierig auf uns? Würde man uns willkommen heißen?

Würden sich denn alle gründlichen Deutschen sofort mit der jeweiligen, dort vorherrschenden Religion identifizieren können? Diese sofort leben können?

Würde man dort von den gründlichen Deutschen erwarten, dass sie das alles schon im Vorfeld genau recherchiert haben?  Vielleicht, während sie im Keller zitternd – vom Kriegsgeschehen überrascht, oder schon Wochen damit beschäftigt, einfach nur zu überleben – und betend im Keller hocken und darauf hoffen, dass der Krieg endlich endet?

Würde man erwarten, dass sie während des Kummers und der Sorge und des Kriegslärmes in der Lage sind, statt zu weinen, trauern, beten und hoffen, so nüchtern sind, und eine Fremdsprache lernen, die im Zufluchtsland gesprochen wird?

Würde man erwarten, dass man genau in dieser Zeit seine Religion/seinen Glauben (wie fremd er auf andere auch wirkt) aufgibt – wobei es doch historisch/geschichtlich belegt ist, dass es genau der Glaube ist, der einen in so schlimmen Zeiten nicht verlassen sollte, und der Trost spendet? – Ich möchte anmerken, ich bin nicht evangelisch, katholisch oder einer Religion zugehörig. Aber ich verfüge über einen gesunden Menschenverstand und Empathie.

Sicher wird es auch unter den vielen Flüchtlingen Menschen mit verbrecherischen Ambitionen geben. Ganz sicher hat man davor Angst. Ich auch, wenn ich hier in Chemnitz nachts noch mit meinem Hund raus muss- aber ist es notwendig, dass man Menschen vorverurteilt, obwohl man sie noch gar nicht zu Gesicht bekommen hat? Denn mal ganz ehrlich – ich wohne hier auf dem Sonnenberg und wie bekannt ist, passieren dort wöchentlich einige krasse Dinge. Da werden Drogendealer geschnappt, illegale Bordelle beräumt, Zuhälter festgenommen, die sich durch die Not der Prostituierten bereichern, getötete Menschen aus Wohnungen geborgen.

Und wie viele deutsche Bürger haben auch diese Ambitionen? Gab es nicht in Oederan in der Vergangenheit auch schon einige Vorfälle, begangen von deutschen Menschen mit verbrecherischen Ambitionen? Ich weiß noch, als ich Kind war, wurde ein Mädchen vermisst, das man dann später tot und zerstückelt auffand. Und gab es nicht erst im Sommer diesen Jahres im Freibad Oederan sexuellen Missbrauch an Kindern/Minderjährigen?

Interessant in diesem Zusammenhang ist diese PDF Datei:

Polizeiliche Kriminalstatistik Sachsen, Jahresüberblick 2014

SNXPKSXJahresXberblick2014

Allgemeine Hinweise:  Der Begriff „allgemeine Kriminalität“ steht für die Gesamtheit aller Delikte ohne ausländerspezifische Vergehen, d. h. ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, Asylverfahrensgesetz und Freizügigkeitsgesetz/EU.

Das Argument: „ich kann jetzt mein Kind nicht mehr nach 18.00 Uhr allein vor die Tür lassen…“ sorry, aber das hat wenig mit den Flüchtlingen zu tun – das ging vorher auch schon nicht mehr, wenn ich mir die ganzen Verbrechen, begangen von deutschen Mitbürgern, anschaue. Da heißt es dann nur immer: „Also dass mein Nachbar dazu fähig ist, nein, also das hätte ich nicht gedacht.“

Ganz sicher trete ich jetzt einigen damit auf die Füße. Unklug von mir, wo ich doch am Wochenende in Oederan eine Veranstaltung habe.
Aber – siehe oben – ich kann mich leider nicht mehr auf meine Finger setzen – ich schäme mich gerade ziemlich fremd für einige Oederaner.

Und – ich bin froh und dankbar, dass es auch einige Oederaner gibt, die es ähnlich sehen wie ich.


Merkwürdig, dass der Mensch oft vor allem Unbekannten mehr Angst als Neugier hat.

24
Aug
15

Erinnerung

(aufs Bild „klicken“ für größer)

🙂

Wir freuen uns auf Euch!!

15
Jun
15

Historische Tage im Klein-Erzgebirge Oederan

(beim Anklicken der Aufnahmen werden diese vergrößert dargestellt)11 kl

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03
Jun
15

Schön, die Einladungskarten …

… für Euch zur Erinnerung.

Einladung-Vorderseite (1)Einladung-Ruckseite (1)

27
Feb
15

Buchstaben und Fotografie – Zwölf –

„Zwölf“

wird der Titel der Ausstellung lauten, zu der Heike Stolz aus Chemnitz und ich

vom 29. August 2015 bis 31. Oktober 2015

in den Räumen des

Museums Oederan

einladen möchten.

Zwölf Monate, Zwölf Texte, zwölf Fotografien.

Zur Vernissage am 28.08.2015 werden (voraussichtlich) Annegret Müller und Christiane Pohl musikalisch (Cello, Klavier) begrüßen.

Die Finissage am 31.Oktober 2015 wird festlich mit einer Lesung von Heike Stolz, sowie musikalischer Begleitung begangen.

Neugierig möchten wir euch mit diesem ersten Eindruck machen:

*

*

gib, ueber alle wunden mir,
deine hand
komm mit mir
in die zeit
als die gaensebluemchen noch
vom sommer träumten
und die tiefe dunkelheit
nur von den fensterlichtern
und den strahlenden bäumen erhellt.
da warst du einfach
an der tür gestanden
sonnelachen
deine hände mir entgegen
in den augen eine trauer, die nie
ganz verging.
hast mich mitgenommen
in unsern träumen
und wir reisten durch
die zeit
machten halt auf bäumen
und am meer
grenzen überliessen wir
der vergangenheit.
und wir kannten uns
aus vielen leben schon.
schweigend hoerten wir einander zu.
weiss nicht, wann die tür zu deinem
herz sich schloss
muss ein altes märchen aus schon längst vergangner zeit wohl sich eingeschlichen
haben
komm, mein schatz, lass uns suchen
den schlüssel für dein liebes herz.
seh uns schweigend gehen hand in hand.

(c) Heike Stolz

*

Diesen Text von Heike Stolz, sowie meine Fotografie, kann man  – neben elf weiteren –

in den ansprechenden Räumen des Museums auf sich wirken lassen.

13
Mai
13

Vernissage

Nun liegt sie hinter mir, die Ausstellungseröffnung im Web Museum Oederan. Was war ich aufgeregt. Ich glaube, für den freundlichen, jungen Museumsmitarbeiter Herrn Schneider war ich eine Zumutung, so scheuchte ich ihn durch die Gegend. Dass er dennoch Ruhe bewahrte, wundert mich im Nachhinein immer noch. Ich hätte wahrscheinlich irgendwann die Contenance verloren.

Bis zum 11.06.2013 kann man eine Auswahl meiner  Bilder noch vor Ort betrachten.

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die mir diese Möglichkeit eingeräumt haben, und ein mindestens ebenso großes Dankeschön an Helga und mein Töchterchen Christin, die mir an diesem Nachmittag so tatkräftig zur Seite standen.

Danke auch allen Besuchern für das Interesse. Den Freunden für die weite Anreise und den zuvor verbrachten schönen gemeinsamen Abend. Ihr habt mir schon ein paar meiner Bedenken genommen!

Der Besucherkommentar des Nachmittags?

Ein mir unbekannter Gast zu seiner Frau: „Warte mal, ich komme gleich wieder. Jetzt gehe ich mir doch mal meine Brille holen!“

Eines der vielen schönen Erlebnisse des Nachmittags:

Ein mir unbekannter Besucher zeigt mir alle Fotos auf seiner Digitalkamera. Es waren sehr viele. Wirklich sehr, sehr viele. Und durchaus interessante Aufnahmen. 

Ein Dankeschön auch an alle Besucher für die Gästebucheinträge, das sind für mich wunderbare Erinnerungen.

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01
Feb
13

In eigener Sache

Ich würde mich riesig freuen, euch zu treffen, ihr seid also herzlich eingeladen!!

(Und außerdem könnt ihr mir mit eurer Anwesenheit ein wenig die Aufregung nehmen!!)

 




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