Posts Tagged ‘Ostsee



08
Feb
11

cam underfoot – der Schrei

 

 

23
Okt
10

Zitat des Tages

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Es sind die Abschiede, die verbinden.
Professor Dr. Josef Vital Kopp, (1906 – 1966), Schweizer Theologe, Kirchenrebell, Humanist, Romanautor und Übersetzer z.B. der Werke von Pierre Teilhard de Chardin

14
Dez
09

Monolog

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Erinnern Sie sich?

Sie müssen damals gerade frisch liiert gewesen sein, als ich Ihnen endlich begegnete.

Sie trugen einen roten Mantel, der Sie wie Knecht Ruprecht wirken ließ. Sie wissen schon, wie ein Weihnachtsmann, allerdings ohne dicken Bauch und weißem Bart.

Ich sagte es Ihnen doch auch, erinnern Sie sich?
Jedenfalls wirkten Sie sehr auffällig in Ihrem roten Mantel. Und Ihr Gesicht strahlte, als wären Sie in der ersten Verliebtheit. Wie setzten uns auf eine Bank im Park, und ich wollte gern Ihre Geschichte hören. Die Geschichte, die Sie dazu brachte das alltägliche Grau abzulegen und in diesen wunderschönen roten Mantel zu schlüpfen. Zuvor trugen Sie immer grau, ich konnte es beobachten, da Sie in meiner Nachbarschaft lebten.
Immer wenn Sie Ihr Haus verließen und mich bemerkten, neigten Sie Ihren Kopf zu einem kurzen Gruß. Wissen Sie wie glücklich Sie mich mit dieser Geste machten?
Ich, ein alter Mann und Sie, die junge Frau in grau. Das Grau verstand ich nie, ich dachte oft, wie gut würde Ihnen doch rot stehen oder blau oder eine andere strahlende Farbe. Jetzt kann ich es Ihnen ja gestehen, immer erschienen Sie so, als ob Sie nicht existieren wollen. Als ob Sie notgedrungen Ihr Haus verlassen müssen, vielleicht, um Lebensmittel zu kaufen, aber sich im Grunde gar nicht fortbewegen wollen. Auch heute ist mir nicht klar, ob Sie einer Tätigkeit nachgingen und wovon Sie damals Ihren Lebensunterhalt bestritten. Glauben Sie mir, ich saß oft an meinem Fenster und beobachtete Sie. Und immer trugen Sie diesen grauen Mantel und die klobigen schwarzen Schuhe, in denen Sie wie ein Mann wirkten. Ich verstand das Versteckspiel wirklich nicht, dabei hatte ich Sie einmal, ich bin sicher, Sie bemerkten es nicht, spärlich bekleidet gesehen. Eilig wechselten Sie Ihre Kleidung, es war nur Sekundensache. Ich sah Ihre schmalen Schultern, die zarten Brüste und Ihre langen Beine. Sie zogen sich um und staksten dabei durch das Zimmer. Hilflos sahen Sie aus, ein wenig wie ein Reh und als Sie angekleidet Ihre Wohnung verließen, waren Sie in Ihrem grauen Mantel und den klobigen Schuhen wieder wie ein Jüngling, nicht wie eine zarte Frau.

Und dann, eines Tages, trugen Sie diesen roten Mantel. Unter dem Mantel ein Kleid und an den Füßen zierliche Stiefelchen. Schön war das, Ihr langes schwarzes Haar lugte unter der Kappe hervor und auf dem Gesicht machte sich ein breites Lächeln Raum. Und Sie sahen mich an, als ich gerade in diesem Moment aus meiner Haustür trat. Sie neigten nicht nur den Kopf, sondern waren bereit mir Ihre Geschichte zu erzählen, die Geschichte, die Sie dazu brachte, das alltägliche Grau abzulegen.

Nun sitzen wir hier und ich lausche dem Nichts.

Sie erzählen nichts, denn ich sitze allein.
Ich sitze allein auf dieser Bank und schicke meine Fantasie auf Wanderschaft, während um mich herum die Menschen in Eile vorüber hasten. Ab und an streift mich ein mitleidiger Blick.

Meine Füße spielen mit vom Wind heran getriebenen letzten Blättern und es setzt sich Schnee in mein Haar.

04
Jul
09

Ansichten

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-

 

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03
Jun
09

Pulsschläge – 15 –

Meinen eigenen Schweiß riechend, erwache ich.
Mücken überfallen mich, obwohl ich doch stets darauf achte, das Licht bei offenem Fenster gelöscht zu halten. Vergangene Nacht müssen sie sich eingeschlichen haben. Mein ganzer Körper ist von Stichen übersät und juckt unerträglich. Meine Fingernägel verletzen die Haut und hinterlassen blutige Striemen. Ich werde meine Nägel kontrollieren müssen. Gut, dass ich meine Kleidung nicht ablege und die Wunden verborgen bleiben. Was will das Ungeziefer nur? Mein Blut? Ich schlage wiederholt auf mich ein, um die saugende Mücke auf meiner Wange zu töten. Erfolgreich. Wieder ein Weibchen erschlagen. Eine ruhestörende Sirene weniger. Was bleibt ist ein blutiges Etwas mit herausragenden, filigranen schwarzen Gliedern. Ich wische dieses Etwas achtlos aus meinem Gesicht. Die Mücke ist tot, verwischt und dennoch nicht verschwunden.

Vielleicht wollen diese Blutsauger meine Gedanken? Und was ist mit den Gefühlen? Wieder einmal bewegen sich Alles im Kreis und ich überlege, ob es nicht besser wäre, ganz abzuschalten. Einmal durchschütteln bitte. Gut durchgeschüttelt wird es zum Einheitsbrei. Im Shaker mit gecrashtem Eis. Wir wollen doch immer schön cool bleiben… als Garnitur wahlweise eine schöne lange Selleriestange oder doch lieber eine knackige Cocktailkirsche? Oder hätten sie es gern flambiert? Und nicht vergessen, den Schalter umzulegen.
Noch bin ich voller Sehnsucht nach seinen Händen. Ich vermisse seinen Rücken, der sich mir voller Zuneigung entgegenstreckt und sich ungeduldig bewegt, sobald meine Hand nicht mehr auf seiner Haut ruht. Sein Blick, der bis in mein Innerstes dringt. Er saß mir gegenüber, der Blick leer und ausgebrannt. Seine Augen wirkten unheimlich müde.
„Es war so schön hier mit dir und nun wird wieder alles so still…“
Wann sagte er es liebevoll? Schwang in seiner Stimme bei ihrem letzten Treffen nicht auch Wut mit? Da war doch noch etwas. Nennen wir es Freude am Leben. Intensive Gefühle? Wann hörten wir zuletzt Musik und gaben uns ihr hin?

Wie gern wäre ich am See.

– Fortsetzung folgt –




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