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… es ist doch „nur“ Lauch …

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Wolkenverhangen

wb-sw-kl

wolkenverhangen im fluss

stehendes wasser

winter in leeren augen

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Berlin

Holocaust- Mahnmal

Stelen +Stelen 3+Stelen 2 +++++ kl

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Okt
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Die Frau mit dem roten Schirm

24
Aug
13

Reise in die Vergangenheit. Oder: Alles ändert sich.

Ich weiß noch, vor fast zwanzig  (Na Mensch, da habe ich mich doch glatt vertippt! Danke Claudia fürs Aufmerksam – machen) 🙂

dreißig  Jahren

fuhr ich manchmal mit meinen Freundinnen von O. nach Chemnitz, um einen schönen Tag auf dem Brühl zu verbringen. Ein kleines Geschäft schloss sich an das andere an, der Brühl galt als bessere Einkaufspassage.

Damals hatte ich immer das Verlangen, die üblichen osttypischen Einheitsshirts zu verändern, indem ich bspw. die Nähte der Shirts auf den Schultern auftrennte und Spitze einnähte, einmal trennte ich sogar das FDJ – Emblem von der blauen Bluse (und schaffte mir damit natürlich keine Freunde in der Freien Deutschen Jugend – aber das Blau der Bluse war so hübsch, nur das Emblem … ),  ich kaufte diese Spitze immer im Kurzwarengeschäft auf dem Brühl.

All die vielen Farben und Formen, das Nähgarn hübsch nach Farben sortiert – in den Regalen bunte Wolle – ich mochte dieses Geschäft. Meine Freunde und ich schlichen um das „Delikat“, dort gab es Waren, die üblicherweise im Konsum an der Ecke nicht zu erwerben waren. Natürlich dachten wir, das wäre alles viel besser als das, was in den ostdeutschen Haushalten täglich auf den Tisch kam. Vielleicht war daran auch Karl – Eduard von Schnitzler schuld. In seiner Sendung

„Der schwarze Kanal“ 

wetterte er immer so auf den bösen Westen im Allgemeinen und auf die bösen Kapitalisten im Besonderen, dass wir natürlich herausfinden wollten, ob das wirklich alles so schlimm war.

Im „Delikat“ 

oder auch im

 „Excuisit“   auf dem Brühl konnten wir uns einen ersten Einblick verschaffen, welches Schlaraffenland der Westen ganz sicher sein musste. Es waren zwar noch immer keine „Westartikel“, die in diesen Geschäften angeboten wurden, aber die“ bessere“ ostdeutsche Gesellschaft kaufte dort sehr gern ein. Was doch so eine besondere Verpackung alles bewirken konnte, denn der Inhalt des Produktes unterschied sich mitnichten von den Konsum – Artikeln.

Wir allerdings setzen uns auf die Bank vor dem „Goldbroiler“, und ließen uns ein aufgespießtes Huhn aus echter ostdeutscher Freilandaufzucht schmecken. Heute suche ich allein beim Anblick der aufgereihten Spießhühner in den Imbissbuden das Weite. Einerseits wegen der Gedanken von Massentierhaltung, die zwangsläufig in meinem Hirn erscheinen,  andererseits wegen des Anblickes. Und nicht zuletzt wegen des Geruchs.

Es gab Bekleidungsgeschäfte, Cafés – die Wohnungen auf dem Brühl waren begehrt, jeder wollte da wohnen.

Was heute davon noch übrig ist?

Das Waffengeschäft gleich neben der Rosa – Luxemburg – Oberschule, die stolz ein Schild der jungen Pioniere an der Hauswand zur Schau trägt.

Neues? Peer Streinbrück neben dem Waffengeschäft unter einer der DDR typischen Straßenlaternen.

 –

Ich bin mir nicht sicher. Klar, der Brühl wirkt heute wie ein Schandfleck, all die „vergammelten“ Ecken, der Müll – aber: Die Menschen, die da wohnen, leben ihre Kreativität aus, entfalten sich auf ihre Weise. Man würde ihnen ihr Lebensgefühl nehmen, stellte man den „Wohlstandszustand“ wieder her, man würde sie vertreiben. Wo sollten sie dann hin?

Vielleicht wäre es schon ausreichend, wenn man den Müll, der sich überall in den Hinterhöfen und auf den Wegen befindet, entfernen würde. Es ist schade, dass die Bewohner des Brühls darauf nicht mehr achten. Denn ich denke, eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit des einstigen Prachtviertels wäre irgendwie das Falsche.

Übrigens – je länger ich darüber nachdenke, umso mehr gefällt mir, dass gerade da, wo früher der Ketchup wie Gold gehandelt wurde, Menschen eingezogen sind, denen es  völlig schnuppe ist, dass der Ketchup, den sie kaufen, vom Billigdiscounter um die Ecke ist.

🙂




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