Posts Tagged ‘Straße

25
Mai
10

Süße Fassadenmalerei …

… erneut gesehen auf dem Sonnenberg.
Direkt an einer vielbefahrenen Straße liegt dieses Geschäft. Seit zwei Jahren nehme ich mir vor, da endlich einmal hinein zu gehen.

.


Jetzt allerdings befürchte ich fast, dass es geschlossen hat. Die Fenster sind schon seit einiger Zeit verhangen.

01
Jun
09

Pulsschläge – 14 –

Eine umgestürzte Tanne erschwert zusätzlich das Vorwärtskommen.
Die Spitze der Tanne bewegt sich und als sie genauer hinsieht, erblickt sie zwei kopulierende Ratten, die sich einen Weg durch grüne Nadeln bahnen. Nun muss erwähnt werden, dass Frau Christine Tochterhagen erst kürzlich eine mehr als unangenehme Begegnung mit gerade eben diesen Tieren hinter sich gebracht hatte. Nicht verwunderlich also, dass sie versteinert, als sie zwei besonders ausgeprägte, riesige Tiere erblickt. Zu allem Überfluss starren vier rote Augen in Christines Gesicht, während die dazugehörigen Körper weiter der Vermehrung nachgehen. Ratten sind ca. vierundzwanzig Tage schwanger. Danach werfen sie acht bis zwölf Rattenwelpen, die nach vier bis sechs Wochen geschlechtsreif sind. Fände sie also keinen Weg aus dem Dickicht, wäre sie binnen kürzester Zeit von Ratten umzingelt.
Ihre Panik verstärkt sich. Gern hätte sie den Vogel begraben, hätte ihn in das Waldstück gebracht. Sie kann ihn doch nicht einfach so liegen lassen. Doch da waren die Ratten. Wann würden sie sich ans Tageslicht kopulieren? Christine läuft weiter, findet eine passende Stelle und begräbt den Vogel. Sie verspürt wenig Lust, wieder in die Nähe von Manfred zu gelangen. Ihre Schritte sind schleppend, als sie den Wald verlässt. Schon von weitem sieht sie Manfreds kahl werdenden Kopf, der aus dem Fenster hängt. Entweder er isst, oder er beobachtet seine Umwelt. Noch immer ist seine schwammige Gestalt im Unterhemd. Was würde geschehen, stürzte Manfred einfach so aus dem Fenster eines zwölfstöckigen Wohnblocks? Würde er es überleben? Er läge auf dem Boden, das Unterhemd blutig und sicher wäre er tot. Tot wie der Vogel, den sie eben beerdigte.
Christine malt sich Manfreds Begräbnis aus und währenddessen biegt der Leichenwagen in die Straße ein.
Ebold, der Fahrer, winkt ihr wie immer freundlich zu. Stets ist er gut gelaunt, trotz der toten Fracht, die hinter seinem Rücken liegt. Würde es eigentlich auffallen, wenn er zu der transportierenden Leiche eine Leiche zusätzlich deponieren würde? Natürlich müsste es eine Feuerbestattung sein, zu der er seine Fracht bringt. Aber auch das ist heutzutage nicht mehr ganz so einfach. Hörte sie nicht neulich erst von einer Frau, die wochenlang im Kühlhaus lag, bevor sie bestattet wurde? Frau Christine Tochterhagen allerdings ist sich sicher, dass auch Manfred einmal von Ebold transportiert wird.

– Fortsetzung folgt –

31
Mai
09

Pulsschläge – 13 –

Wieder sehe ich Frau Christine Tochterhagen am Tisch sitzen.

Es stinkt. Der Raps, der seinen aufdringlichen Duft bis zu uns ins Haus weht, ist störend. Wie Manfred, der ihr gegenüber sitzt. Sie sieht durch ihn hindurch, doch sie riecht ihn. Seit Neuestem betritt er im Unterhemd das Esszimmer, um so dem Frühstücksritual beizuwohnen. Ungeduscht und unrasiert sitzt er ihr gegenüber und stinkt. Sie beginnt, den Rapsgeruch zu lieben. Er übertüncht mit seinem gelben Geruch sämtliche andere vorhandenen Gerüche. Das Blättern der Lokalzeitung, die Manfred mit fettigen Fingern vor seinem Schädel hält, ist im Moment das einzige Geräusch. Manfred wird nicht mehr lange mit der Morgenzeitung beschäftigt sein. Er wird sich erheben, die Toilette aufsuchen, aus der dann Töne der Erleichterung dringen.
Heute soll es zum Mittag Herz geben. Vor langer Zeit waren sie zumindest noch kulinarisch kompatible, doch auch das änderte sich mit den Jahren. Frau Christine Tochterhagen hasst Herz. Ebenso wie die neu eingerichtete Küche, diesen Traum in Edelstahl und kühlem Grau mit großen weiten Arbeitsflächen und blinkenden immer frisch geschliffenen Messern. Noch raschelt die Morgenzeitung, doch das Rascheln wird nicht mehr lang anhalten.

„Christine!!“, hört sie ihn rufen. „Wenn ich von der Toilette zurück bin, müssen wir uns über die Zubereitung des Herzens unterhalten!“
„Es ist noch Zeit, Manfred. Sehr viel Zeit“, antwortet sie und nimmt ihren Mantel vom Haken. Sie wirft die Tür hinter sich ins Schloss. An der detaillierten Darstellung seiner Verdauung ist sie nicht im Mindesten interessiert. Auch nicht an den Geräuschen, die er dabei von sich gibt. Sein nerviges „Christineeeeee!!“, das aus dem geöffneten Fenster über die Straße tönt, überhört sie. Sie geht einfach weiter und bemerkt den Vogel, der vor ihr auf dem Gehsteig liegt. Er war bereits tot. Es muss ein klares „klack“ gegeben haben, als er vom Ast stürzte. Oder vielleicht doch ein dumpfes „plapp“. Ihr fällt der krumme Schnabel des Tieres auf. Der Vogel stand sicher in der „Hackordnung“ ziemlich weit oben. Oder er war, als er noch lebte, eine Art Paradiesvogel. Sein Kopf ist leicht verdreht und der zierliche Körper unnatürlich gekrümmt.
Geraume Zeit steht Christine vor dem Vogel. Sie überlegt, ob sie ihn in die Erde betten soll. Sie weiß nicht, was das ist, mit den fliegenden Gefährten. Sie weiß nicht, wieso gerade sie immer auf tote oder sich in Gefahr befindliche Vögel trifft. Erst neulich kam Christine dazu, wie ein Amselmännchen um sein Weibchen trauerte. Das Amselweibchen war auf der Straße überfahren worden. Ungeachtet des fließenden Verkehrs hüpfte das Männchen um sein totes Weibchen, flatterte aufgeregt mit den Flügeln und wollte die Straße nicht verlassen. Christine lief zu dem Amselmännchen, nahm es vorsichtig in ihre, zu einer Schale geformten Handflächen und trug es von der Straße. Den kleinen, warmen Körper des Tieres spürend, war Christine den Tränen nahe. Sie lief ein ganzes Stück mit dem Vogel in der Hand, bis sie ihn an einem Waldrand setzte. Er hüpfte ein paar Mal hin und her und flog dann davon.
Dieser Vogel jetzt lag jedoch gekrümmt auf dem Gehsteig und früher oder später würden Kinderwagen über ihn fahren, Katzen würden mit ihm spielen. Es wäre wichtig, den Vogel zu begraben. Christine geht, den Vogel in der Hand, zum Weg, der kaum sichtbar durch das angrenzende Waldstück führt.

– Fortsetzung folgt –




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